
Lassen Sie sich von dem Cover nicht fehlleiten. Die Schatten von Race Point ist keine nullachtfünfzehn Liebesschmonzette, die mal schnell für die kommende Urlaubszeit am Strand zusammengeschustert wurde. Es ist eine Familiengeschichte, mit viel Gefühl und einer spannenden Kriminalgeschichte im Hintergrund. Es erinnert an Daphne de Mauriers Rebecca oder auch an Werke von Brontë. Was mit einer Kinderfreundschaft zwischen Hallie und Gus im Jahre 1978 beginnt, führt den Leser durch eine leidenschaftliche Liebesbeziehung im Teenageralter, die so abrupt endet, wie sie begann. Doch damit ist die Verbindung dieser beiden charismatischen Menschen nicht beendet, denn plötzlich brauchen sie sich wieder, als ein furchtbarer Mord geschieht.

Patry Francis, geboren 1950 in Brockton, Massachusetts, lebt mit ihrer Familie auf Cape Cod. Ihre Erzählungen und Gedichte sind in zahlreichen literarischen Zeitschriften erschienen, und sie wurde mehrfach für den renommierten Pushcart-Preis nominiert. Die Schatten von Race Point ist ihr erster Roman bei Blanvalet.
Foto: Copyright Ted Lukac
Gus ist erst neun Jahre alt, als sein gewalttätiger Vater seine Mutter erschlägt. Der kleine traumatisierte Junge findet nur wieder ins Leben zurück, weil die Tochter des ansässigen Landarztes, Hallie, ihn nicht aufgibt. Auch wenn sie Freunde werden und gemeinsam mit dem gleichaltrigen Neil eine wunderbare Kindheit auf Cape Cod erleben, bleibt die Vergangenheit immer ein dunkler Schatten für Gus. So richtig lebt er erst auf, als er und Hallie als Teenager ein Liebespaar werden. Ihre Gefühle füreinander sind etwas besonders, nicht nur eine Jugendschwärmerei und sie schmieden Zukunftspläne. Doch am Abend des Abschlussballs passiert etwas zwischen den drei jungen Menschen, dass sie nicht nur auseinandertreibt, es verändert ihr Leben, für immer. Viele Jahre vergehen und jeder von ihnen lebt ein komplett anders Leben. Doch die Weichen sind noch nicht endgültig gestellt, denn durch den gewaltsamen Mord an einer jungen Frau muss Hallie sich wieder entscheiden. Glaubt sie an Gus und wird sie ihm helfen, wie damals, als er sie als kleiner Junge so sehr brauchte?
Es ist eine schöne, manchmal traurige Geschichte einer Familie, einer Liebe und auch eines tiefverwurzelten Hasses. Patry Francis hält ihren Roman immer an der Grenze des seriösen Romans, verliert sich nie in leidenschaftlichem Geplänkel. Auch wenn ich an einer Stelle die Stirn runzelte und dachte, na, kommen jetzt die Dornenvögel, so belehrte mich die Autorin eines Besseren.
Die Schatten von Race Point, Patry Francis, Blanvalet, 590 Seiten, ISBN 978-3-7341-0337-7, Euro 9,99
Wieder einmal versteht es die Autorin das Mittelalter lebendig werden zu lassen. Spannend wird die Leserschaft an die Königspfalzen von Otto I versetzt und sieht zu wie Intrigen gesponnen, Eide gebrochen und zarte Bande geflochten werden. Otto I hatte viele Geschwister und Halbgeschwister sowie viele unehelich gezeugte Kinder der Königsfamilie, sogenannte Bastarde. Einer davon ist er Protagonist Gaidemar, der viele Abenteuer und Schlachten erleben muss. Der Roman zeigt aber auch auf, dass es schon im Mittelalter so etwas wie ein Europa der Vielfalt gab.
1517 hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchentür in Witteberg genagelt. Die 500 Jahre Reformation in Deutschland werden nicht nur mit einem extra Feiertag begangen, das Reformationsjahr wird mit Ausstellungen und einer Vielzahl von Buchveröffentlichungen zum Thema begleitet. Dieses hier ist das lustigste Buch zum Thema: Unheilige Bilder – Cartoons zu Kirche und Religion. Manchen Menschen mag bei diesen Bildern ja die Spucke wegbleiben, aber lustig ist das schon.
Verena Lugert, eine erfolgreiche freie Journalistin, gibt mit 39 Jahren ihre lukrative Tätigkeit auf, um in der besten Kochschule „Le Cordon bleu“ in London, Köchin zu werden. Schon in dieser Schule erfährt sie in einem sieben monatigen Intensivlehrgang, wie hart der Beruf ist. Nach erfolgreichem Diplom will sie es wissen. Kann ich jetzt wirklich kochen? Wie ist es in den besten Küchen der Welt?
Bei den Kriminalromanen des Autorenduos steht immer die Stadt Amsterdam mit ihren Menschen, den Grachten und ihren Eigenheiten gleichwertig zur Handlung. Diesmal ist es das Thema Fracking das eine Ökokonferenz in Amsterdam bewegt. Dabei kommen einige Personen die dieses Thema auch auf finanzieller Ebene umtreibt zu Schaden. Immer mitten im Geschehen der städtische Angestellte Pieter Posthumus. Immer fein angezogen und immer den Genüssen des Lebens aufgeschlossen hilft er die Täter zu finden.

