Stiller als der Tod, Dario Correnti

Eher ein unaufgeregter Krimi als ein Thriller und das passt auch so viel besser zu den beiden Protagonisten. Denn Marco Besana und Ilaria Piatti, die beiden Kriminaljournalisten sind eher die typischen Antihelden. Besana ist bereits in Rente und nur noch als freier Journalist unterwegs und Ilaria hängt mehr oder weniger ohne Vertrag und Anstellung in der Luft. Doch beide sind scharfe Hunde, wenn es um Mord geht. So ist der Tod eines betuchten Italieners in der Schweiz, ein gefundenes Fressen für sie. Denn die beiden glaube keine Sekunde, dass er ein Fressen für den Bären wurde, dem man diesen Tod anlastet. Vielmehr scheint er zu einer weiteren Reihe von Giftmorden zu gehören, denen die beiden Journalisten immer näherkommen. Leider auch privat!

Gute und spannende Unterhaltung, ohne viel Schnickschnack und Aktion. Ein echt solider und lesenswerter Krimi.

Dario Correnti ist das Pseudonym zweier erfolgreicher italienischer Autoren. Ihr Thrillerdebüt »Kälter als der Tod« wurde in 15 Länder verkauft.

Marco Besana zeichnet sich dafür aus, dass er gerade geschieden wird, kaum ein Verhältnis zu seinem Sohn hat und der einzige Freund, Becks, ist ein Hundemischling, den ihm ausgerechnet Ilaria geschenkt hat. Ilaria auf der anderen Seite ist keine dreißig, hat ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann, der sie ausnutzt und einen Klamottenstil, der an Geschmacksverirrung erinnert. Zwei Antihelden, die am Rande der Mailänder Pressegesellschaft keine Rolle spielen und gerne übersehen werden, wenn man nicht über sie lacht.

Als ein betuchter Italiener von einem Bären im Engadin angefallen und getötet wird, hat Ilaria gleich den richtigen Riecher. Sie überredet Marco mit ihr in die Schweiz zu fahren, und den Fall näher zu untersuchen. Wenn es wirklich nur eine Bärenattacke ist, dann kann man trotzdem einen Artikel darüber schreiben. Bei der Autopsie stellt sich dann heraus, dass Gift im Spiel war und auf einer Party macht eine der Gäste eine eigenartige Äußerung. Sie will sich mit den beiden Journalisten am anderen Tag treffen, um über den Tod des Mannes zu reden. Dazu kommt es jedoch nicht, denn jemand schlägt ihr mit einem Bergsteiger-Eispickel den Schädel ein.

Das Schöne an diesem Krimi ist wirklich die Ruhe, mit der er erzählt wird. Auch wenn sich die Ermittlung der beiden Journalisten sehr realistisch anhört, ist sie keineswegs langweilig. Außerdem sind die beiden ein sehr nachdenkliches Paar von Losern, die ihre kriminalistischen sieben Sinne auf jeden Fall zusammenhaben.

Stiller Tod, Dario Correnti, Penguin Verlag, Taschenbuch, Seiten 448, ISBN: 978-3-328-10658-6, Euro 10,00, erschienen Oktober 2021.

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