Cristina Cassar Scalia: Schwarzer Sand

Es ist Hochsommer auf Sizilien und in einem kleinen Dorf wird in einer Villa eine mumifizierte Leiche gefunden. Das ist der Auftakt einer spannenden Geschichte die durch viele Wendungen immer mysteriöser und scheinbar unauflösbar ist. Immer tiefer dringt die taffe Polizistin in die verschworenen Gemeinschaften der Familien ein um den Fall zu lösen. Dabei werden weitere Verbrechen aufgedeckt. Es scheint als wenn alte Rechnungen beglichen worden wären die Jahrzehnte zurückliegen. Spannend gemacht dieser Kriminalroman. Er bewegt sich in seiner Geschichte außerhalb der organisierten Kriminalität aber innerhalb der sizilianischen Gesellschaft. Die handelnden Figuren sind authentisch wiedergegeben und machen diesen Roman deshalb sehr real.

Cristina Cassar Scalia Foto Marco Ficilil

Cristina Cassar Scalia stammt aus dem spätbarocken Noto und hat sich schon immer gewünscht, Sizilien zum Schauplatz eines Romans zu machen. Wenn sie ihre Leser durch die Lektüre dazu inspirieren kann, ihrer Heimat einen Besuch abzustatten, so sagt sie, hat sie ihren Job gut gemacht. Wenn sie nicht gerade über Sciara schreibt, das kleine abgelegene Dorf am Fuß des Ätna, wo ihre Protagonistin Giovanna Guarrasi ermittelt, arbeitet sie als Augenärztin in Catania. »Schwarzer Sand« ist ihr erster Roman im Blanvalet Verlag.

Während ein kleines Dorf am Fuße des Ätna von einem Aschenebel eingehüllt wird, macht Alfio Burrano in einer altehrwürdigen Villa einen grausigen Fund: In einem Speiseaufzug krümmt sich der mumifizierte Körper einer Frau, an deren Schädel noch die Reste eines Seidentuchs hängen. Ihr Kopf ist im Neunzig-Grad-Winkel verrenkt und ruht auf einem Pelzmantel. Ihr teures Kostüm, die Perlenketten und das Schminkköfferchen sehen aus, als stammten sie aus einem längst vergangenen Jahrzehnt. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Giovanna Guarrasi, 39 Jahre alt, tough, gefahrenerprobt und gerade aus Palermo zum mobilen Einsatzkommando versetzt, wird mit dem Fall betraut. Da es sich als unerwartet schwierig erweist, die Identität der Leiche zu ermitteln, ruft sie einen Kommissar im Ruhestand zu Hilfe. Ihre Nachforschungen enthüllen den beiden eine Geschichte voller Abgründe, Neid und Habsucht, die sie immer tiefer in die verschworene Dorfgemeinschaft hineinführt.

Cristina Cassar Scalia: Schwarzer Sand, Limes Verlag, aus dem Italienischen von Christiane Winkler, Originaltitel: Sabbia Nera, Paperback , Klappenbroschur, 432 Seiten, ISBN: 978-3-8090-2719-5, € 16.00

 

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