Angelo Scerbanenco: Das Mädchen aus Mailand, Duca Lamberti ermittelt

Wie in dem Nachwort dieses Buches zu lesen ist, ist dieser Roman der Türöffner des italienischen Kriminalromans. Er ist sehr spannend weil er auf mehreren Ebenen aufklärerisch wirkt. Da damals als der Roman in den 70er Jahren erschien, Berichte über Prostitution selten waren, führt er eine intellektuelle und eine realistische Diskussion darüber in seiner Handlung. Er spiegelt auch die Gesellschaft Italiens in dieser Zeit treffsicher wider. Der Roman ist für alle Freunde Italiens ein muss, weil er die damaligen sozialen Verhältnisse offen darlegt.

 

Scerbanenco Angolo Foto: Mauritius Images Cultura Ben Pipe

Geboren 1911 als Sohn eines ukrainischen Offiziers und einer Italienerin in Kiew, floh mit seiner Mutter bei Ausbruch der Russischen Revolution, die seinen Vater das Leben kostete, nach Italien. Später begann er als Reporter zu arbeiten und entdeckte seine schriftstellerische Begabung. Neben 60 Romanen verfasste Scerbanenco zahlreiche Kurzgeschichten. Scerbanenco wurde 1969, kurz vor seinem Tod, mit dem Grand Prix du Roman Policier ausgezeichnet.

Duca Lamberti hat keine Wahl: Er muss den Job annehmen, den Kommissar Carrua von der Mailänder Polizei ihm vermittelt. Wegen Sterbehilfe an einer todkranken Frau verurteilt und gerade aus dem Gefängnis entlassen, soll er sich um den Sohn eines neureichen Industriellen kümmern, der scheinbar grundlos zu trinken begonnen hat. Lamberti findet bald heraus, warum Davide im Alkohol Vergessen sucht: Er fühlt sich schuldig am Tod der kleinen Verkäuferin Alberta, mit der er gegen Bezahlung einen Abend verbracht hatte. Doch Lamberti glaubt nicht an die Selbstmordthese.

Das Mädchen aus Mailand, Duca Lamberti ermittelt, Folio Verlag, Hardcover, 256 Seiten, ISBN 978-3-85256-754-9, € 18,00

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