Catherine Nixey: Heiliger Zorn, Wie die frühen Christen die Antike zerstörten

Ich habe mich immer gefragt, warum sind alle Tempel der Antike zerstört der Serapeum oder Ruinen wie die Akropolis. Haben die Barbaren mit der Einnahme Roms diese Tempel zu Steinbrüchen gemacht, um ihre spärlichen Behausungen zu bauen? Wie ist es passiert, dass die Antike Kultur mit ihren Philosophen und schon weitreichenden wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Mathematik, Physik, Astronomie in Vergessenheit geraten konnte. Wo sind die Schriftrollen von der Bibliothek in Alexandria geblieben.  Es gibt sehr wenig Literatur darüber und selbst bei Google oder Wikipedia wird man immer nur auf Schriften vom Judentum oder Christentum hingewiesen. Wenig weißt auf die Kultur der Antike hin.

Catherine Nixey
Foto: Olivia Beasley

Autorin Catherine Nixey ist britische Historikerin und Journalistin. Sie hat an der Cambrigde University Alte Geschichte studiert und mehrere Jahre lang unterrichtet, bevor sie Journalistin für The Times wurde. „Heiliger Zorn“ ist ihr erstes Buch und wurde vom Daily Telegraph, Spectator, Observer und dem BBC History Magazin zum Book of  he Year gewählt, sowie mit dem Royal Society of Literature Jerwood Award ausgezeichnet.

Als ich das Buch „Heiliger Zorn“ in die Hand bekam und den Untertitel „Wie die frühen Christen die Antike zerstörten!“ gelesen habe, gebe ich zu, etwas irritiert gewesen zu sein. Ich dachte, voreingenommen, da will sich jemand mit einem reißerischen Text interessant machen.

Doch was ich dann zu lesen bekam, gut recherchiert mit Beweisen belegt von Catherine Nixey, war eine ganz andere Sicht auf das Christentum. Catherine Nixey, Tochter eines Mönchs und einer Nonne, die aus dem Orden ausgetreten waren, trotzdem immer eine sehr starke Bindung zum Glauben hatten und in diesem Sinne auch ihre Tochter erzogen haben. In diesem religiösen Umfeld aufgewachsen schreibt sie selbst: Trotz dieser stark religiösen Erziehung gab es kein Dogma meiner Eltern. Ich selbst habe mich gefragt, mit welcher zerstörerischen Macht hat sich das Christentum in der Antike durchgesetzt. Vom verfolgten Volk  zum Zerstörer.

Im Römischen Reich war das religiöse Leben vielfältig – bis unter den ersten christlichen Kaisern alle anders wurde: Mit aller Macht versuchten die frühen Christen, Andersgläubige zu bekehren und erwiesen sich dabei nicht nur extrem intolerant, sondern auch als äußerst gewalttätig. Im ganzen Imperium zertrümmerten sie die Tempel und Kultgegenstände. Verbrannten Bücher, jagten Philosophen, verboten deren Lehren und verfolgten diejenigen die andersgläubig waren.

In „ Heiliger Zorn“ zeichnet Catherine Nixey ein gänzlich neues und zutiefst erschütterndes Bilde der frühen Christen. Nicht Märtyrer und literaturbegeisterte Mönche prägten die Frühphase des christlichen Glaubens, sondern fanatische Männer und Frauen, die im Namen der christlichen Religion Verbrechen begingen und damit maßgeblich beitrugen, die klassische Welt und das Wissen zerstörten. Packend enthüllt Nixey die zerstörerische Wut und Gräueltaten, die hinter zum Untergang und Verlust der Antike führte.

Catherine Nixey: Heiliger Zorn, Wie die frühen Christen die Antike zerstörten, Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt München,Gebunden,  ISBN: 987-3-421-04775-5, € 25,00

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