Schlagwort: Ritualmorde

Schatteneis, Anne Nørdby, Grönlandthriller

Schatteneis ist nicht nur ein Thriller. Der Roman verbindet die traurige Geschichte der Inuit, nachdem die Dänen sie ähnlich strikt zur Kultur bekehren wollten, wie damals die Ureinwohner in Kanada und Alaska, mit gruseligen Serienmorden in Kopenhagen. Marit Rauch Iversen, selbst ein adoptiertes Inuit-Kind, arbeitet für die Polizei als Super-Recognizerin und hätte niemals gedacht, dass gerade ihre Adoptiveltern mit diesen Untaten zu tun hatte. Und anscheinend hat es ein Serienmörder genau auf die alten Geheimbunde, die aus Ärzten, Politikern und Polizisten bestand abgesehen. Noch bevor sie ihren Stiefvater fragen kann, wird er auf grausame Weise ermordet. Stück für Stück deckt Marit die Staatsgeheimnisse auf und stolpert über eine noch schlimmere Angelegenheit. Dem Absturz eines amerikanischen Militärflugzeugs in den Achtzigern in der Arktis, welches mit Atomsprengköpfen bestückt war. Bis auf eine dieser gefährlichen Bomben wurden damals alle gefunden und hier kam ihre leibliche Mutter ins Spiel. Denn wer sollte im ewigen Eis wohl besser eine Bombe suchen als eine Inuit. Aus dem Thriller, der mit rituellen Serienmorden beginnt, wir immer mehr eine Spionagestory, die sowohl den Osten mit der damaligen DDR, als auch die CIA nicht außen vorlässt.

Eine tolle, bis zum Schluss spannende Geschichte, die viel Historisches verarbeitet, aber so geschickt eingebunden, dass man sich als Leser nie belehrt fühlt. Super Sommer-Ferien-Unterhaltung, die bei den momentanen wüstenähnlichen Temperaturen über frostiges Schatteneis erzählt.

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