Ein Versprechen aus dunkler Zeit, Ian Rankin

Ich muss zugeben, Band 23 des mittlerweile pensionierten schottischen Ermittlers DI John Rebus war meine erste Begegnung mit ihm und auch Autor Ian Rankin. Und obwohl in Rente gegangene Detectives immer etwas leicht Depressives haben, ist es ein sehr solider, unglaublich gut geschriebener Krimi. Man merkt Ian Rankin einfach an, dass er über Jahre hinweg als Autor weiß, was er tut. Ein Bestseller geschrieben von einem internationalen Bestsellerautor. Und obwohl Rebus anscheinend dafür bekannt ist, sich an einem Fall wie eine Bulldogge festzubeißen, geht es hier um mehr.

Es ist ausgerechnet seine Tochter, um deren Hals sich die Schlinge des Mordverdachts immer enger zuzieht. In dem Fall ist Rebus jedes Mittel recht, denn er hat an seinem Kind einiges gutzumachen!

Autorenfoto: Copyright ® Hamish Brown, courtesy of Orion Publishing Group

 Ian Rankin, geboren 1960, ist Großbritanniens führender Krimiautor, seine Romane sind aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Ian Rankin wurde unter anderem mit dem Gold Dagger für »Das Souvenir des Mörders«, dem Edgar Allan Poe Award für »Tore der Finsternis« und dem Deutschen Krimipreis für »Die Kinder des Todes ausgezeichnet. »So soll er sterben« und »Im Namen der Toten« erhielten jeweils als bester Spannungsroman des Jahres den renommierten British Book Award. Für seine Verdienste um die Literatur wurde Ian Rankin mit dem »Order of the British Empire« ausgezeichnet. Mit »Ein Rest von Schuld« hatte Ian Rankin seinen Ermittler John Rebus nach 17 Fällen in den Ruhestand geschickt und ließ Inspector Malcolm Fox die Bühne betreten. Doch mit »Mädchengrab« kehrte Rebus wieder zurück. Ian Rankin lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Edinburgh.

Rebus muss in die Parterre-Wohnung umziehen, denn die Stufen erlauben seiner Lungenkrankheit den Aufstieg nicht mehr. Wenigstens bleibt er im selben Haus, auch wenn er sich verkleinern muss. Noch während Siobhan Clarke, seine ehemalige Kollegin ihm den Umzug organisiert, bekommt er einen verzweifelten Anruf von seiner Tochter. Der Lebensgefährte und Vater ihrer eigenen Tochter, Keith, ist verschwunden. Die Polizei ermittelt bereits. Rebus wartet keine Sekunde, sofort fährt er mit seinem klapprigen Saab hoch in den äußersten Norden von Schottland. Natürlich fängt er sofort an zu ermitteln und ist dann auch derjenige, der Keith erschlagen auf dem Gelände eines Gefangenenlagers aus dem Zweiten Weltkrieg findet. Leider sieht es für Rebus Tochter mit dem Alibi und auch dem Motiv nicht gut aus. So bleibt dem ehemaligen Detective gar nichts übrig, als sich gegen alle Widrigkeiten in diese Mordermittlung einzumischen. Dabei macht das schwierige Verhältnis zu seiner eigenen Tochter die Sache nicht einfacher.

Zeitgleich wird Siobhan mit ihrem Kollegen Fox zu einem Mord an einem arabischen Studenten und Playboy gerufen. Was erst einmal wie ein rassistisch motivierter Mord aussieht, entwickelt sich in Richtung Machenschaften eines Bauunternehmers, der Edinburgher Unterwelt und einem gewissen Lord Strathy. Dieser Lord ist ausgerechnet der gleiche Adelige, dem das Land des ehemaligen Gefangenenlagers hoch im Norden gehört, auf dem man Rebus Schwiegersohn in spe tot auffand. Und so ziehen John Rebus und Siobhan Clarke wieder an einem Strang, ohne es eigentlich zu wollen. Nur für Rebus wird die Zeit verdammt knapp, denn alle Indizien deuten auf seine Tochter Samantha als Mörderin hin.

Ein Versprechen aus dunklen Zeiten, Ian Rankin, Goldmann, gebundenes Buch, Seiten 512, ISBN: 978-3-442-31558-1, Euro 22,00, erschienen 14.06.2022.

 

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