Manchmal kann man nur noch lachen, Peter Brown Hoffmeister, Jugendbuch

Try until you fail, cry until you laugh.

Versuche es, bis du scheiterst, weine, bis du lachst.

Dieses Jugendbuch ist bewegend und vor allem, sehr wertvoll in seiner Botschaft an die lesenden jungen Menschen. Selbst der größte Rebell unter unseren pubertierenden Jugendlichen wird bei dem Buch ins Grübeln kommen. Und lesen werden die Teenager den Roman bestimmt, denn er ist einfach nur cool!

Peter Brown Hoffmeister hat mit seinem Debüt einen Jugendroman geschrieben, den man mit Don Winslows Thriller vergleichen kann. Alles, vom Stil, vom Aufbau und auch von der Leichtigkeit, mit der Hoffmeister seine eigentlich furchtbar tragische Geschichte erzählt, erinnerte mich an den genialen Don Winslow.

Fotocopyright: Peter Brown Hoffmeister

Peter Brown Hoffmeister arbeitet neben seiner Schreibtätigkeit mit Jugendlichen verschiedensten Hintergrunds in einem Outdoor-Integrations-Programm. Er lebt mit seiner Frau und seinen Töchtern im US-Bundesstaat Oregon. »Manchmal kann man nur noch lachen« ist sein erstes Jugendbuch bei cbt.

Wenn man sechzehn ist und der Sommer kommt, ist die Welt in Ordnung, besonders wenn man einen Freund hat wie Creature. Travis spielt für seine Leben gern Basketball und das zusammen mit Marvin genannt Creature. Außerdem hat Travis seine Prinzipien, und wenn er sich etwas vornimmt, dann führt er es durch. Dieses Mal sind es hundert Tage in einem Zelt im Garten. Wen stören da schon die beiden ausgewachsenen Kaimane, die dort regelmäßig vom See hochkommen. Vor allem, wenn man die Reptilien selbst dort freigelassen hat. Und als auch noch eine neue Schönheit mit Namen Natalie in die Stadt zieht, ist das Leben, wie es sein soll.

Mit Leichtigkeit und einem Lächeln verdrängt Travis jedoch, dass er ein tristes Leben in einem Trailerpark bei seinen Großeltern führt. Seine Mutter ist ein obdachloser Junkie und der Junge hat sie seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen. Schon sein Leben lang erinnert er sich an die Spritzen, das Erbrochene und die Unzuverlässigkeit seiner Mutter. Leider ist das Leben bei den Großeltern auch kein Zuckerschlecken. Grandma ist an Krebs erkrankt und wird nicht mehr lange leben. Grandpa kifft zu viel, um mit der Problematik fertig zu werden. Doch all das ist ein Teil von Travis und er empfindet sein Leben nicht als Tragödie, denn er hat den besten Freund der Welt.

Marvin aka Creature ist nicht nur ein Basket Genie, er ist auch ein Poet und schreibt gerade an einem Meisterwerk mit dem Namen: Gebrauchsanweisungen für russische Prinzessinnen. Creature und Basketball sind für Travis, wie Wasser in der Wüste und machen sein Leben mit geschlossenen Augen erträglich. Sein Freund jedoch hat feinerer Antennen oder einfach den Mut hinzusehen.

Zitat:

Creature drehte den Ball in den Händen. »Dann sag mir mal, Baby, was haben wir hier denn? Haben wir Macht? Haben wir Einfluss? Wir leben in einem beschissenen Trailerpark in einer Mittelschichtstadt im Westen der USA. Du und ich, wir sind nichts für alle an der Schule, außer sie haben Angst vor uns. Wir gehen auf die Taft, das ist eine trashige Schule für Reiche-Leute-Kinder.«

»Ja, schon. Aber wir haben Basketball, Alter.«

»Und die Prinzessinnen, ganz genau, die sind Prinzessinnen. Sonst haben die nichts. Und jetzt will ich von dir eins wissen: Was passiert, wenn man uns diese eine Sache wegnimmt? Was passiert, wenn wir unsere Sache verlieren? Was ist dann los?«

Zitat Ende.

Und als ob Travis Leben nicht schon schwer genug ist, nimmt man ihm auch noch diese eine Sache, diesen einen Menschen weg. Man zwingt ihn hinzusehen!

Eine wirklich großartige, coole und authentische Jugendgeschichte, auf die es von allen Seiten Lob regnen sollte. Hoffentlich wird dieses Buch die Bestsellerlisten stürmen und die Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient.

Manchmal kann man nur noch lachen, Peter Brown Hoffmeister, cbt-Jugendbuch, Taschenbuch, Seiten 445, ISBN 978-3-570-31270-4, Euro 10,00 Euro.

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