Die Toten von Inverness, G.R. Halliday

Dieser Krimi aus den schottischen Highlands ist das Debüt vom G.R. Halliday. Es fehlt dem Krimi auf keinen Fall an Spannung. Er ist zum Teil auch ordentlich gruselig. Nur hätte er hundert Seiten weniger vertragen können, um das zu sein, was man atemlos und crispy nennt. Aber in diesem Band führt der Autor seine Charaktere erst ein und braucht das eine oder andere Wort mehr. Auch müssen sich seine Protagonisten noch abschleifen, vor allem die eigenwillige DI Monica Kennedy.

Trotzdem ist der Krimi packend und sehr lesenswert. Ein gutes Debüt, das bestimmt vom Autor mit dem nächsten Band getoppt werden kann.

Fotocopyright: Chris Stuart

G.R. Halliday wurde in Edinburgh geboren und wuchs in der Nähe von Stirling, Schottland, auf. Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte er damit, seinen Vater zu beobachten, wie dieser ungeklärte Geheimnisse untersuchte. Davon fasziniert, wurden einige dieser Geschichten zur Inspirationsquelle für seinen Debütroman. Heute lebt er mit seiner Lebensgefährtin und einer Bande halbwilder Katzen in der Nähe von Inverness in den schottischen Highlands.

Die Leiche eines Teenagerjungen wird in den Highlands gefunden. Man hat den Jungen gefoltert und am Fundort in Szene gesetzt. Als leitende Ermittlerin nimmt DI Monica Kennedy den Fall auf. Sie ist eine außergewöhnliche Erscheinung mit ihren ein Meter neunzig, den langen Extremitäten und ihrer außergewöhnlichen Blässe. Außerdem sagt sie nicht viel und arbeitet am besten alleine. Nachdem jedoch die zweite Leiche gefunden wird, verlangt die Ermittlung ihr Teamwork ab. Doch anstatt sich mit den Kollegen auszutauschen, ermutigt sie den Sozialarbeiter Michael bei dem Fall mitzuarbeiten. Ursprünglich ging es Michael um einen seiner Zöglinge. Der Teenager Nichol wollte sich unbedingt mit Michael treffen, doch Michal kam zu spät zu der Verabredung. Seither ist der Teenager nicht nur verschwunden, sondern auch Michaels schlechtes Gewissen frisst ihn regelrecht auf. Wird Nichol das nächste Opfer des Mörders? Als einer der Verdächtigen Monicas kleine Tochter bedroht, sieht sie rot. Eine spannende Jagd beginnt, in der sowohl Michael als auch Monica in gefährliche Situationen kommen und schwer verletzt werden. Und als am Schluss klar wird, wer die Jungen ermordete, wird Michael nie ganz die Wahrheit erfahren. Denn Monica schweigt, um ihn vor dem Unbegreiflichen zu schützen.

Wie gesagt, gute solide Krimi-Geschichte. Die Figur der Monica Kennedy ist gut angelegt, mal etwas anderes für eine Ermittlerin. Sie erinnerte mich an Vera, ein ganz spezieller Fall nach den Büchern von Ann Cleeves. Daher hatte ich mich als Frau gefreut, dass ein männlicher Autor sich gegen ein weibliches Stereotyp entschied, bis zu der Stelle, als er erzählt, dass Monica nie Schuhgrößen über 44 trägt, obwohl sie größere Füße hat. Daher hat sie ständig Blasen und schmerzende Füße. Das sind für mich die Abschleifungen, die nach einem Debüt noch passieren müssen. Denn es geht nicht darum, auf Teufel komm raus, einen außergewöhnlichen Protagonisten zu schaffen. Manchmal ist ein bisschen weniger mehr.

Die Toten von Inverness, G.R. Halliday, Blanvalet, Taschenbuch, Seiten 542, ISBN 978-3-7341-0796-2, Euro 9,99.

 

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