Schlagwort: Cornwall

Die Klippe, S.K. Tremayne, Thriller

Als ich den für mich ersten Tremayne gelesen habe, zog ich den Vergleich zu Rebbeca, von Daphne du Maurier. Er war irgendwie gruselig, spannend, aber alles war sehr real erklärbar. Mit der Klippe ging mir der Autor doch zu sehr in die Geisterwelt, und anstatt sie so stehen zu lassen und seine Psychothriller in Psycho-Grusel-Thriller umzubenennen, erklärt er die Geistererscheinungen mit pseudopsychologischen Ansätzen, über die wohl jeder Schulmediziner grinsen muss. Nun gut, es ist, wie es ist, leider, weil nämlich der reale, sehr drastische Thriller, bei dem es um ein Familiendrama geht, eigentlich sehr gut ist. Das hätte man auch ohne Geistergrusel und Erscheinungen hinkriegen können. Aber liebe Leser, verstehen Sie mich nicht falsch. Das Buch ist dennoch spannend und eine nette Urlaubslektüre. Und vielleicht, gibt sich Herr Tremayne beim nächsten Thriller wieder etwas mehr Mühe, und bleibt bei den Lebenden, wenn es um die wahren Verbrecher geht. Denn dort haben wir, und das weiß jeder, genug schlimme Exemplare. Dennoch haben mir die Figur der forensischen Psychologin Karenza Bray, ihr kornisches Umfeld, die weise Oma Betty Spargo, ihr Chamäleon Otto und der neurotische Kater El Grüffelo, der mich immer an das Kinderbuch ›Der Grüffelo‹ erinnert hat, sehr gefallen. Da kann man auch mal über eine Folie à deux (induzierte wahnhafte Störung) oder eine transgenerationale Traumatisierung (vererbtes Trauma durch Gene) hinwegsehen.

Alles in allem ein spannender Thriller, mit geisterhaften Erscheinungen und Geräuschen aus dem kalten, feuchten Keller, der am Ende eine echt dramatische Aufklärung hat. Beste Urlaubslektüre!

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