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Film: Bloody Tennis, Ein Film von Nikias Chryssos, Ab 10. Dezember 2026 im Kino

Satire trifft Horror, trifft Grusel und ein bisschen Realität? Tennis, der Sport, der gerade hier in Deutschland mit Boris Becker und Steffi Graf einen nie gesehenen Hype erlebte. Tennis, der in England schon lange zum guten Ton der Oberschicht gehört und mit seinen sonnenverwöhnten Spielen in Wimbledon und den traditionellen weißen Outfits, genau wie beim Cricket, schon etwas Sakrales an sich hat. Wenn man darüber nachdenkt, mutet es auch an, dass die Skandale im Tennis eher einem englischen Understatement unterliegen und nicht so aufgebauscht werden, wie bei anderen Sportarten. Daher eignet sich gerade dieser Sport, der bei Trainings zu den härtesten der Welt zählt, für eine deftige Satire. Dass man daraus jedoch einen satirischen Horrorfilm machen kann, war für mich eine Überraschung.

Szenenfotos/Standstills: Copyright ® augenscheinschein Filmproduktion Port Au Prince Pictures

Aber es funktioniert, das muss man mit aller Skepsis im Vorfeld sagen. Manche Szenen, als Plattitüde angelegt, entwickeln sich zu einem saftigen Schmunzler oder auch mal zu einer echt ekeligen Angelegenheit. Dabei hat der Regisseur und Drehbuchautor Nikias Chryssos regelrecht mit den Instrumenten der Horror-Filmwelt experimentiert.

Szenenfotos/Standstills: Copyright ® augenscheinschein Filmproduktion Port Au Prince Pictures

Denn der Film spielt in einem alten, verlassenen Kloster, hat mit einem genialen Vincent Romano, der Fred in „Bloody Tennis“ spielt und damit eine Art völlig durchgeknallten Renfield verkörpert, dem sadistischen Trainer Stavkos, wunderbar verkörpert von Zlatko Burić, welcher eher wie ein Mafia-Boss daherkommt, und der bösen Mäzenin Mary, gespielt von Elina Löwensohn, bei der Morticia Addams vor Neid verblasst, schon mal ein echtes Gruselkabinett versammelt.

Szenenfotos/Standstills: Copyright ® augenscheinschein Filmproduktion Port Au Prince Pictures

Es wird mit viel Blut, ekeligen Blutegeln, angedeutetem, mal mehr, mal weniger eindeutigem Kannibalismus, Okkultismus und natürlich schwarzen Tennisdresses gearbeitet. Ein Loblied muss man auf die Hauptrolle singen. Sandra Guldberg Kampp hat mich an die Anfänge von Scarlett Johansson erinnert. Sie bekommt die Wandlung der erst naiven, jungen amerikanischen Tennisspielerin zum mordenden Aufschlagmonster wunderbar hin. Und gerade ihre Endszene ist sowohl schrecklich als auch hat sie mir ein kurzes Lachen abverlangt.

Szenenfotos/Standstills: Copyright ® augenscheinschein Filmproduktion Port Au Prince Pictures

Man ist ein wenig hin- und hergerissen zwischen Schmunzeln, Wegsehen, plötzlicher Spannung und tiefem Entsetzen. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, doch ähnlich ging es mir, als ich den Film ›Clockwork Orange‹ das erste Mal im Kino sah. Für mich ist „Bloody Tennis“ ein Film, der echtes Potenzial hat, irgendwie an Kubrick, aber auch an Luis Buñuel erinnert und hoffentlich für den Regisseur als auch die Tennisstar-Schauspielerinnen, die allesamt großartig agieren, ein Sprungbrett zu noch größeren Filmen bedeutet.

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