Das Camp der Unbegabten, Boris Koch, Jugendbuch ab 12 Jahre

Bjarne und Luca sind die allerbesten Freunde und hoffen inständig, endlich eine übernatürliche Begabung zu bekommen. Denn diese zeigt sich bis zum achtzehnten Lebensjahr. Überall auf der Welt werden die Begabten bewundert, ob sie nun fliegen können oder unter Wasser atmen. Sie sind die Stars in den Medien, gehen auf ein besonderes Internat und verdienen sich mit Werbeverträgen eine goldene Nase. Da Bjarne nichts mehr möchte in seinem Leben als fliegen, beschließt er der Begabung ein wenig nachzuhelfen. So steigt er mit Luca, der eigentlich nicht auf eine Begabung angewiesen ist, weil er wahrscheinlich ein Fußballprofi werden kann, auf die Brücke über die Wertach. Siebzehn Meter, also wenn sich dann das Fliegen nicht einstellt, dann weiß Bjarne auch nicht. So springen sie. Bjarne endet mit einem gebrochenen Fuß und Luca mit einer Begabung, der Nachtsicht, die ihm hilft, Bjarne zu retten. Um das alles geistig zu verarbeiten, schickt ein Psychologe Bjarne in ein Camp. Das Camp der Unbegabten, in dem alle die Kids landen, bei denen sich die Begabung nicht einstellt, obwohl sie dafür schon ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Mit anderen Worten: Die Loser!

Das Buch hat mich vom Stil irgendwie an die Fünf Freunde Bücher erinnert nur für etwas ältere Kids geschrieben. Es ist ein fesselndes Abenteuer über Freundschaft, die Erwartungen, die Eltern und andere Menschen an Jugendliche stellen und wie man als Heranwachsender damit klarkommt. Spannendes Jugendbuch mit einer wichtigen Message, nicht nur für coole Kids.

Autorenfoto: ® privat

Boris Koch, geboren in einer Winternacht 1973, wuchs auf dem Land auf und lebt nun – nach den Stationen München und Berlin – mit der Autorin Kathleen Weise und ihrer gemeinsamen Tochter in Leipzig. Er schreibt Fantastisches und Realistisches, für Jugendliche wie für Erwachsene, und textet Comics. Für sein Schreiben wurde er mehrfach ausgezeichnet.

 

Bjarne ist ein toller Typ, auch wenn er in allem Mittelmaß ist. Die Schule, dem Sport, im Aussehen und überhaupt. Sein größter Wunsch ist es, die Begabung des Fliegens zu bekommen. Dann wäre er ein Held und würde Menschen retten! Aber trotz aller Bemühungen, besonders von seinen Eltern, stellt sich nichts ein. Dabei ist bald sein Geburtstag und die Wahrscheinlichkeit kurz vor seinem vierzehnten Geburtstag die Begabung zu bekommen ist am höchsten. Darum geht er aufs Ganz und springt von einer hohen Brücke. Zu seinem Glück macht sein bester Freund Luca den Unsinn mit. Doch es ist gerade Luca, der jetzt schon von allen bewundert wird, wegen seines tollen Fußballspiels, der dabei eine Begabung entdeckt. Bjarne bleibt mit einem gebrochenen Bein und enttäuschten Eltern zurück. Und dann ist Luca plötzlich auch weg, weil er ins Internat der Begabten geht und plötzlich tausende von Follower hat. Scheißspiel, denkt Bjarne und besorgt sich einen gebrauchten Wingsuit. Er will alles auf eine Karte setzen und in den Alpen in die Tiefe springen. Er ist sich sicher, nur so kann er endlich fliegen. Leider landet er aber nur im Camp der Unbegabten. Entweder das oder Psychiatrie. Dann doch besser ein Camp, was hat Bjarne noch zu verlieren. Seinen besten Freund ist er bereits los. Doch Bjarne hat keine Ahnung, was ihn dort erwartet. Im Camp geht der Ärger erst richtig los und dann wird es lebensgefährlich.

So ein richtig tolles Jugendabenteuer. Nicht nur für Jungs, auch wenn Bjarne und Luca die Helden sind. Ein paar ganz begabte und mutige Mädchen spielen auch mit!

Das Camp der Unbegabten, Boris Koch, Thienemann-Esslinger, Hardcover, 320 Seiten, ISBN: 978-3-522-62179-3, Euro 11,99.

 

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