Stephan Harbort: Blut Schweigt Niemals

Deutschlands bekanntester Profiler erzählt die spektakuläre Aufklärung von Cold Cases. Die Kriminalstatistik vom Jahr 2018 weißt 2.471 Tötungsdelikte an Mord, Totschlag oder Tötung auf Verlangen aus. 96,1 Prozent der Fälle werden, und das meistens schon innerhalb 72 Stunden, aufgeklärt. Trotz der konstant sehr guten Aufklärungsquote bleiben jährlich 60 bis 100 Tötungsdelikte ungelöst. Im Jahr 2018 waren das 96 Fälle. Bei diesen Fällen, wenn sie nicht gelöst werden können, egal aus welchem Grund, der oder die Mörder nicht gefasst werden, werden die Nachforschungen eingestellt. Das sind dann die sogenannten Cold Cases.

Stephan Harbot

Stephan Harbort, geboren 1964 und lebt in Düsseldorf, ist Kriminalhauptkommissar und führender Serienmordexperte. Er entwickelte internationale angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Gewalttätern, ist Fachberater bei TV-Dokumentationen und Krimi–Serien und vielfacher Bestsellerautor. Bei Droemer ist zuletzt erschienen „Wenn Kinder Töten“.

In Deutschland gibt es mehr als Tausend solcher Fälle. Das heißt unzählige Mörder, Totschläger leben unerkannt mitten unter uns, während die Angehörigen ihrer Opfer täglich leiden – weil sie ohne Aufklärung nicht mit dem Geschehen abschließen können und quälende Gefühle wie Wut, Verzweiflung, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Angst sich kontinuierlich verstärken. Mit den neuen kriminalistischen Entwicklungen der forensischen Wissenschaft, DNA –Analysen, Kriminaltechniken werden die Cold Cases nach und nach neu aufgenommen. Ausgehend von Amerika wo man zuerst große Erfolge hatte, werden jetzt in Deutschland die Methoden auch angewandt. Möglichst bevor ein Fall verjährt ist. Denn es gibt den Unterschied, der erst bewiesen werden muss zwischen Mord – verjährt nie und Totschlag – verjährt nach 20 Jahren.

Stephan Harbort beschreibt in seinem Buch „ Blut schweigt niemals“ sechs spektakuläre Fälle, die zum Teil erst nach Jahrzehnten aufgeklärt werden konnten. Er beschreibt vom Anfang der Ermittlungen der eventuellen Denkfehler die gemacht wurden, geht zur Wiederaufnahme und mit welchen Mitteln oder wie man dem Täter auf die Spur gekommen ist, bis zur Verurteilung. In seinem Nachwort erklärt er nochmal die Geschichte der Cold Cases und ihre Erfolge. Jeder Fall ein Kurzkrimi für sich, die sich sehr spannend lesen und man begeistert den Nächsten anfängt. Eigentlich erwartet man eine Fortsetzung. „Die Zeit“ hat es genau richtig bezeichnet:  Wer Stephan Harbort lesen will, braucht gute Nerven. Wenn er die letzte Seite umgeschlagen hat, wird er sich nicht damit trösten können, dass alles nur ein Film war.

Stephan Harbort: Blut Schweigt Niemals, Droemer Verlag Taschenbuch 285 Seiten, ISBN: 978-3-426-30238-5, € 14,99

 

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