Schlagwort: René Goscinny

Das Klimpern der Schlüssel, Briefe an meinen Vater, Anne Goscinny

Eine unglaubliche Sehnsucht und die übergroße Liebe an den unwiederbringlich verloren gegangenen Vater prägen dieses Buch. Der Brief von Anne an ihren vor über dreißig Jahren, viel zu früh verstorbenen Vater ist aber auch von einer schonungslosen Wahrheit, mit der Anne ihr Innerstes der Öffentlichkeit preisgibt. Das Buch an René Goscinny, dem Autor/Texter und  Erfinder von Asterix und Obelix und dem kleinen Nick, treibt einem manchmal die Tränen in die Augen.  Mitunter kann man aber auch die Wut des kleinen Mädchens spüren, die verzweifelt versucht, Tatsachen zu begraben, um nur nicht ihren Vater begraben zu müssen.

Zitat Anfang: »Papa, ich halte es nicht aus, ohne dich aufzuwachsen. Ich halte es nicht aus Mama an ihrem Krebs krepieren zu sehen und zu sehen, wie der Krebs sich darüber freut. Ich halte es nicht aus, dich neu zu erfinden und all meine Energie zu mobilisieren, um dich nicht begraben zu müssen«. Zitat Ende.

Wenn Papillou mit den Worten ›Bis später, mein Kätzchen‹, aus dem Haus geht und nie wiederkommt, ist das etwas, was man mit neun Jahren nicht begreifen kann. Erst als Erwachsene und viel später, als Anne selbst Mutter wird, kann sie ihren Vater wiedersehen – in ihren Kindern. In ihrem Sohn Simon, der sagt, wenn er Renés Comics liest und lacht: »Mein Opa ist tot, aber er ist trotzdem witzig!« Oder in ihrer Tochter Salomé, die ein Grübchen von Annes Papa geerbt hat. In ihrem Lächeln erkennt sie ihren Vater wieder.

Es ist ein bezaubernder, sehr intimer Text. Ein Dank an Anne Goscinny, dass sie ihre tiefen Gefühle so offen teilt. Dieses Buch ist ein Geschenk, wie die Autorin Lorraine Fouchet bereits in einem Interview in Paris sagte. Weiterlesen