Wie sollte es anders sein, wenn eine japanische Autorin, Junko Takase, einen Roman mit dem Titel „Richtig gutes Essen“ schreibt, spielt der natürlich in Japan. Japan hat ein spezielles, eigenes, kulturelles Arbeitsleben. Im Roman wird das normale Leben in der Bürowelt in Japan beschrieben. Genauso wie es ist, dass man Überstunden (ohne Bezahlung) erwartet. Es geht oft bis 20:00 Uhr und später hinaus. Dass da wenig Zeit für privates Leben ist, bleibt da nicht aus, dass dabei eine besondere Arbeitswelt mit dem Umgang miteinander, inklusive persönlichen Beziehungen, entsteht, ist zwangsläufig. Junko Takase beschreibt dieses moderne Arbeitsleben pointiert, mit allen Facetten des Bürolebens, inklusive der Rolle des (guten) Essens und der persönlichen Vorlieben.
Alle Artikel von Lutz Reigber
Alice Feeney, Nebelinsel, Thriller
Schreiben Autoren für sich? Schreiben sie für ihre Leser? Lieben sie nur sich und ihr Buch und übersehen sie ihre Partner/Mitmenschen? Alice Feeneys „Nebelinsel“ ist ein Thriller, der langsam von der Erzählform einen in den Bann zieht und sich in der Geschichte in einen Thriller verwandelt. Allein schon die lange Einleitung dahin ist so spannend, dass man weiterlesen muss. Man möchte doch wissen, was aus dem Schriftsteller Grady wird. Alice Feeney ist hier ein Meisterwerk gelungen, von der Beschreibung der misslichen Situation des Schriftstellers Grady, eine Spannung bis zum Schluss aufzubauen und dabei mit vielen Wendungen zu spielen.
Maud Ventura, Der Rache Glanz
„Der Rache Glanz“ von Maud Ventura ist für mich ein literarisches Erlebnis, das noch lange nachhallt. Schon auf den ersten Seiten spürt man, mit welcher Sorgfalt und Intensität Ventura ihre Figuren zeichnet – sie sind vielschichtig, verletzlich und voller Widersprüche, genauso wie wir Menschen eben sind. Besonders beeindruckend finde ich, wie die Autorin es schafft, den Leser durch die emotionalen Untiefen ihrer Protagonistin Cleo zu führen. Jede Seite offenbart neue Facetten von Sehnsucht, Schmerz und der unbändigen Lust auf Vergeltung.
Caroline Stadsbjerg, Carnivora
Carnivora – Fleischfresser – allein das Bild auf dem Umschlag, eine halbe Seite Kuhkopf, eine halbe Seite Menschenkopf lässt schon erahnen: Hier geht es um ein brisantes Thema der Zukunft.
„Carnivora“ von Caroline Stadsbjerg hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Schon der Titel hat bei mir sofort Bilder von animalischen Trieben und dunklen Schattenseiten geweckt. Zumal man durch die Medien und Umweltorganisationen auf einiges schon aufmerksam gemacht worden ist und man sich gut solch ein Szenario vorstellen kann. Das Buch hat meine Erwartungen sehr gut erfüllt. Ein Leseerlebnis, das lange nachhallt, einige Fragen in mir hinterlassen hat und mich wirklich in meinem Lebensstil beeinflusst.
Kanaan – Kochen ohne Grenzen, Oz Ben David und Jalil Dabit
„Kochen ohne Grenzen“ von Oz Ben David und Jalil Dabit ist weit mehr als ein gewöhnliches Kochbuch. Es ist ein leidenschaftlicher Appell für kulturelle Offenheit, kulinarische Neugier und das Überwinden von Grenzen – ob sie nun auf Landkarten existieren oder in den Köpfen der Menschen. Die beiden Autoren, die jeweils israelische und palästinensische Wurzeln haben, verbinden in diesem Werk ihre persönlichen Geschichten mit einer Vielfalt an Rezepten aus dem Nahen Osten und der Mittelmeerregion. Sie besitzen ein gemeinsames Restaurant, das allein schon durch ihre Offenheit und Freundlichkeit, für alle Personen da zu sein, ein besonderer Treffpunkt ist. Ob es die LGBTIQ*-Gemeinde ist oder der Hetero-Bürger, alle fühlen sich hier wohl. Essen verbindet über alle Grenzen und Ressentiments hinaus, auch wenn ein unsäglicher Krieg zwischen Israel und Palästina wütet. Hier sind es alles Freunde. Essen verbindet. Von sich selbst sagen die beiden: Für uns geht es nur darum, gutes Essen zuzubereiten und Gastgeber mit vollem Herzen zu sein.
C. L. Miller „Mord an Backboard“, Spannender Kriminalroman mit bösen Absichten, Very British
„Mord an Backboard“ ist weit mehr als ein gewöhnlicher Krimi – dieses Buch nimmt die Leserschaft mit auf eine intensive Reise voller Geheimnisse, Zweifel und zwischenmenschlicher Spannung. Von der ersten Seite an spürt man die Unsicherheit und Angst, die sich wie Nebel über das Schiff legt, als ein grausamer Mord die Harmonie der Crew zerstört. Die einfühlsame Darstellung der handelnden Personen lässt einen regelrecht mitfiebern und mitleiden. Nach einem Einbruch in ein Museum ist ein Gemälde verschwunden, dafür ist eine Leiche zurückgelassen worden. Freya Lookwood und ihre Tante Carole ergreifen die Initiative und wollen mit ihrer Detektei den Fall aufklären. Die Spur führt auf ein Luxuskreuzfahrtschiff, das voller exzentrischer Antiquitätenhändler ist. Zusätzlich ist das Schiff voller gestohlener Schätze. Dass sich Freya und ihre Tante in eine gefährliche Lage begeben haben, ist offensichtlich. Wie gefährlich es wirklich ist, erkennt sie, als sie auf den legendären Verbrecherkönig und seine Komplizen trifft.
Alexander Herrmann, „Ich lieb’s – Meine 120 Lieblingsrezepte & persönlichen Geschmacksgeheimnisse“
Alexander Herrmann ist in der deutschen Kochszene ein anerkannter Spitzenkoch. Sowohl als Sternekoch, Fernsehkoch und charismatische Persönlichkeit begeistert er seit Jahren ein großes Publikum. In seinem Kochbuch „Ich lieb’s – Meine 120 Lieblingsrezepte & persönlichen Geschmacksgeheimnisse“ nimmt er die Leserinnen und Leser mit auf eine ganz persönliche Genussreise. Das Buch verspricht nicht nur eine Sammlung kreativer Rezepte, sondern auch Einblicke in Herrmanns Küchenphilosophie und kulinarische Geheimnisse. Perfektion, Emotion und Persönlichkeit sind die Begriffe mit der Alexander Herrmann sein Buch eröffnet. Natürlich ist Perfektion sein ganz persönlicher Anspruch. So hat er auch seine Rezepte gestaltet, mehrfach ausprobiert, akribisch gewogen, Temperaturen und Zeiten gemessen. Die Emotionen sagt Alexander Herrmann sind das allerwichtigste beim Kochen, Essen und vielen anderen Dingen. Meine persönliche Auffassung dazu: wenn man ohne Liebe kocht, gelingt kein Gericht. Die Liebe kann man weder messen noch beschreiben, nur schmecken! Neu war die Deutung der Persönlichkeit. Hier fordert Alexander Herrmann einen auf, seine ganz persönliche Note in die Gerichte zu bringen. Dann sind sie auch authentisch.
Art 365 Geburtstage großer Künstlerinnen und Künstler
Schon bei der Ankündigung dieses besonderen Kalenders war mein Gefühl, den musst du dir bestellen. Meine Erwartungen sind mehr als übertroffen. Die optische Aufmachung regt einen schon an. Beim Aufschlagen strahlen die Seiten in satten Farben, die Reproduktionen sind so detailreich, dass man fast das Pinsel- oder Meisel-Gefühl der Künstlerinnen und Künstler spüren kann. Jeden Tag ein neuer Name, ein neues Kunstobjekt, ob gemaltes Bild, Foto oder Skulptur.
Eine Freude für jeden Kunstinteressierten und die es werden wollen. Ein ideales Weihnachtsgeschenk, wenn Sie noch etwas suchen, für Leute die eigentlich alles haben!
Björn Berenz, „Knäckeblut“, Ein Herzensbuch voller Witz, Charme und skurriler Abenteuer
Mit „Knäckeblut“ schenkt uns Björn Berenz eine liebevoll geschriebene Fortsetzung, die uns als Leser im Sturm erobert. Schon der erste und zweite Band hat viele begeistert. Auch mit dem dritten Band „Knäckeblut“ vermittelt uns Björn Berenz skandinavisches Flair mit schwarzem Humor, schrillenden Begebenheiten und den schon aus den ersten beiden Bänden üblichen Chaos. Hier begegnen uns Freundschaft, Humor und Lebensfreude in jeder Zeile. Der Roman vereint Krimi, Mystery und Satire auf wunderbar leichtfüßige Weise und lädt ein, sich gemeinsam mit den Figuren auf eine herrlich verrückte Reise zu begeben. Und immer mit einem Schmunzeln zu lesen.
Andreas Gruber „Todesfrist“, Hörspiel nach dem 2013 erschienen Buch
Ein Hörspiel, das unter die Haut geht! Schon nach den ersten Minuten des Hörbuchs war ich komplett gefangen. „Todesfrist“ hat mich von Anfang an gepackt – mit seiner düsteren Atmosphäre, seiner klugen Story und dieser beklemmenden Spannung, die einen einfach nicht mehr loslässt. „Todesfrist“ ist für mich einer der besten Thriller, die ich je gehört habe – intensiv, intelligent und unglaublich spannend. Ein absolutes Muss für alle, die Gänsehaut lieben. Doch Vorsicht, die ersten Minuten waren nichts für schwache Nerven. Gott sei Dank ging es dann etwas entspannter zu – was man entspannt nennen kann.