Alle Artikel von Lutz Reigber

Aldo Sohm mit Christine Muhlke „Einfach Wein“, genießen und perfekt kombinieren

„Einfach Wein“ von Aldo Sohm und seiner Co-Autorin Christine Muhlke ist ein außergewöhnliches Buch, das sowohl Einsteiger als auch erfahrene Weinliebhaber anspricht. Der vielfach ausgezeichnete Sommelier vermittelt auf sympathische und leicht verständliche Weise alles Wissenswerte rund um das Thema Wein und wie man das mit dem Essen kombiniert. Laut Aldo Sohm ist er der Überzeugung (und das will er mit diesem Buch uns näherbringen), dass der richtige Wein ein Essen erst richtig perfekt macht, da es zur besseren Stimmung führt. Dieses Buch ist ein Leitfaden von der Kunst und Wissenschaft der Kombination von Wein und Speisen oder Speisen und Wein! Was passt zusammen und was geht gar nicht? Aldo Sohm führt uns in kleinen, übersichtlichen Schritten dahin.

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Ali Güngörmüs „Meze“, Mediterrane Rezepte zum Teilen

Wir können heute fast überall hinreisen, fremde Kulturen erleben und erfreuen uns an dem Neuen und adaptieren es in unsere Kultur. Italien mit Pizza und Pasta, unser Highlight, kann man sich gar nicht mehr aus unserer Esskultur wegdenken. Und wer jemals in einer Tapas-Bar in Spanien war, wünscht sich diese Kultur bei uns um die Ecke. Wenn man das maleinen Abend lang, von Tapas-Restaurant zu Tapas-Restaurant, jedes Mal ein 0,1er Wein und eine andere Tapa, wünscht man sich diese Kultur bei uns um die Ecke.  Jetzt kommt das östliche Mittelmeer mit Ali Güngörmüs mit Meze. Die Esskultur in den Ländern der Levante besagt, dass man viele, also sehr viele Mundbissen/Gerichte –Meze, auch Mezze geschrieben – auf den Tisch stellt und jeder bedient sich an allem. Es geht um die gesellige Gemeinschaft! Ich kann nur jedem empfehlen, wenn er dazu eine Einladung hat, bestimmt ja zu sagen.

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Ben Mantle, „Der allertollste Bruder der Welt“ , Bruderliebe mit Stolpersteinen, für Kinder ab 4 Jahre

Wenn man als reiferer Mensch nicht unbedingt die Erziehungsverantwortung für Kinder hat, macht es Freude, kleine Kinder zu beobachten und zu sehen, wie sie miteinander umgehen. Dass die Kleineren die größeren Geschwister nachahmen ist logisch und somit lernen sie voneinander, ohne dass die Eltern eingreifen.

Bei uns gegenüber ist ein junges Pärchen mit zwei kleinen Kindern eingezogen. Da wir in einer Spielstraße wohnen, spielt sich das Leben bei uns vor der Haustür ab und wir dürfen an dem Aufwachsen der beiden Mädchen (5 Jahre und 3 Jahre) teilhaben. Da die Fünfjährige sehr geschickt ist, hat sie früh Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt. Die Kleine kam natürlich auch gleich und sagte: „ICH AUCH!“. Macht die große Schwester ein Puzzle, kommt die Kleine mit ihrem: „ICH AUCH!“ Wenn das dann der der älteren Schwester zu viel wird oder sie sich nur gestört fühlt, lehnt sie ihre Schwester mit dem üblichen Geschrei ab. Zuletzt passierte es dann, dass die Kleine zum Puzzle dazu gestoßen ist und gleich von Anfang an meinte: „NUR GUCKEN!“ Genau solche Situationen hat Ben Mantle in diesem Buch, „Der allertollste Bruder“, verständlich dargestellt und sehr anschaulich selbst illustriert.

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Patrick McGee, Apple in China, Von der Werkbank zum Würgegriff – wie sich der iPhone-Konzern in eine gefährliche Abhängigkeit begeben hat.

Robert D. Kaplan: „Dieses Buch als spannend zu bezeichnen, würde die Bedeutung fast schmälern. Es ist ein Buch, wie es nur einmal in einer Generation erscheint.“

Als Sachbuch bezeichnet man Biografien, Dokumentationen, Beschreibungen, Aufklärungen, etc. Doch wenn man mal „Apple in China“ in der Hand hat, liest man einen Krimi. Spannender kann man nicht die Entwicklung, den Aufstieg, die Produktionsweise mit sehr hohem Qualitätsanspruch von Steve Jobs, mit größter Gewinnmarge, bis hin zur Abhängigkeit von China, beschreiben. Patrick McGees „Apple in China“ ist ein faszinierender Einblick in die Welt des Tech-Giganten Apple und seine Verflechtung mit China. Der Investigativ-Journalist McGee hat jahrelang für die Financial Times Apple und seine Entwicklung begleitet. In diesem Buch zeigt er deutlich die Entwicklung und den Aufstieg von Apple zum Technologie-Giganten und die damit verbundenen Risiken, wenn man die Produktion auf nur ein Land wie China konzentriert.

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Frauke Buchholz, „Endzeit“, ein packender Thriller mit einem brisanten Thema

Soeben habe ich Endzeit verschlungen. Es ist der vierte Teil der Ted Garner-Reihe. Auch wenn es ein Roman ist, kann man die reale Wirklichkeit herauslesen. Beeindruckt bin ich von der Geschichte wie auch von Frauke Buchholz, die durch ihre jahrelangen Aufenthalte in Kanada auch den Mut hatte, so ein brisantes Thema in ihrem Thriller aufzunehmen, um es uns so näherzubringen. Gerade in welcher Art und Weise Frauke Buchholz die Geschichte der First Nations in Kanada aufgreift und die unfassbare Vergangenheit in Kanada mit Unterdrückung, Rassismus und Zwangseingliederung aufdeckt. Wir erfahren erst in letzter Zeit über die Medien, wie der Landraub vonstatten ging und mit welcher Gewalt bis in die heutige Zeit mit den indigenen Völkern umgegangen wird.

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Elke Nansen, Tödliche ostfriesische Liebe, Ostfriesland-Krimi Nr. 20 der Serie

Was für ein Mut, Romeo und Julia nach Ostfriesland zu verlegen! Jedes Kapitel wird mit einem Satz von William Shakespeare eröffnet. Na, abgeschrieben? Weit gefehlt! Von Elke Nansen kommt hier ein Kriminalroman, der mehr als einen bemerkenswerten Ablauf hat. Eine sehr gelungene Geschichte mit vielen Wendungen, Verwirrungen und nicht zu erwartenden Entwicklungen. Ich bewundere Elke Nansen, wie sie mit den Lesern spielt, sie in die Irre leitet und ein mehr als unerwartetes Ende ersinnt. Das Buch ist spannend und mitreißend, und ich verspreche es Ihnen, Sie legen den Roman nicht mehr aus der Hand, bis das traurige Ende von Roman und Jule zwischen Selbstmord oder doch Mord aufgeklärt ist. Das Buch ist wirklich lesenswert und im Vergleich mit den bekannten Krimiautoren ist dieser Roman von Elke Nansen, mal auf Französisch gesagt: „extraordinaire“!

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Junko Takase „Richtig gutes Essen“

Wie sollte es anders sein, wenn eine japanische Autorin, Junko Takase, einen Roman mit dem Titel „Richtig gutes Essen“ schreibt, spielt der natürlich in Japan. Japan hat ein spezielles, eigenes, kulturelles Arbeitsleben. Im Roman wird das normale Leben in der Bürowelt in Japan beschrieben. Genauso wie es ist, dass man Überstunden (ohne Bezahlung) erwartet. Es geht oft bis 20:00 Uhr und später hinaus. Dass da wenig Zeit für privates Leben ist, bleibt da nicht aus, dass dabei eine besondere Arbeitswelt mit dem Umgang miteinander, inklusive persönlichen Beziehungen, entsteht, ist zwangsläufig. Junko Takase beschreibt dieses moderne Arbeitsleben pointiert, mit allen Facetten des Bürolebens, inklusive der Rolle des (guten) Essens und der persönlichen Vorlieben.

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Alice Feeney, Nebelinsel, Thriller

Schreiben Autoren für sich? Schreiben sie für ihre Leser? Lieben sie nur sich und ihr Buch und übersehen sie ihre Partner/Mitmenschen? Alice Feeneys „Nebelinsel“ ist ein Thriller, der langsam von der Erzählform einen in den Bann zieht und sich in der Geschichte in einen Thriller verwandelt. Allein schon die lange Einleitung dahin ist so spannend, dass man weiterlesen muss. Man möchte doch wissen, was aus dem Schriftsteller Grady wird. Alice Feeney ist hier ein Meisterwerk gelungen, von der Beschreibung der misslichen Situation des Schriftstellers Grady, eine Spannung bis zum Schluss aufzubauen und dabei mit vielen Wendungen zu spielen.

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Maud Ventura, Der Rache Glanz

„Der Rache Glanz“ von Maud Ventura ist für mich ein literarisches Erlebnis, das noch lange nachhallt. Schon auf den ersten Seiten spürt man, mit welcher Sorgfalt und Intensität Ventura ihre Figuren zeichnet – sie sind vielschichtig, verletzlich und voller Widersprüche, genauso wie wir Menschen eben sind. Besonders beeindruckend finde ich, wie die Autorin es schafft, den Leser durch die emotionalen Untiefen ihrer Protagonistin Cleo zu führen. Jede Seite offenbart neue Facetten von Sehnsucht, Schmerz und der unbändigen Lust auf Vergeltung.

 

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Caroline Stadsbjerg, Carnivora

Carnivora – Fleischfresser – allein das Bild auf dem Umschlag, eine halbe Seite Kuhkopf, eine halbe Seite Menschenkopf lässt schon erahnen: Hier geht es um ein brisantes Thema der Zukunft.

„Carnivora“ von Caroline Stadsbjerg hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Schon der Titel hat bei mir sofort Bilder von animalischen Trieben und dunklen Schattenseiten geweckt. Zumal man durch die Medien und Umweltorganisationen auf einiges schon aufmerksam gemacht worden ist und man sich gut solch ein Szenario vorstellen kann. Das Buch hat meine Erwartungen sehr gut erfüllt. Ein Leseerlebnis, das lange nachhallt, einige Fragen in mir hinterlassen hat und mich wirklich in meinem Lebensstil beeinflusst.

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