Alexander, Ferdinand von Schirach, Kinder- und Jugendbuch auch für Erwachsene!

Ein Kinderbuch von Ferdinand von Schirach?, dachte ich mir und habe es erst einmal mit Skepsis angefangen. Doch es war wieder eine Freude, das Buch zu lesen, wie jedes einzelne Buch dieses fantastischen Autors. Alexander ist eine rührende, berührende Geschichte über Menschenrechte, die nicht nur clevere ›Kinder‹ zum Denken anregt. Betrachte ich mir momentan einen großen Teil der deutschen Gesellschaft, ist dieses Buch jedoch auch vielen Erwachsenen ans Herz zu legen. Genau für die Menschen, die der Demokratie überdrüssig sind. Die von Freiheit, Gleichheit und Meinungsfreiheit nichts mehr halten und das Grundgesetz erst einmal durchblättern sollten, bevor sie die Grundfeste der deutschen Demokratie einreißen möchten. Das Buch hat mich tief bewegt, weil die Geschichte aus der Sicht eines unverdorbenen, klugen Jungen geschildert wird, der Despoten, Scharlatane und Schaumschläger als das erkennt, was sie sind. Der jedem Menschen jedoch Freiheit, Meinungsfreiheit, Gleichheit, Entfaltung der Persönlichkeit und vor allem die menschliche Würde wünscht. Auf seiner Suche nach gerechten Gesetzen, spricht er mit ganz verschiedenen Leuten, erfährt ihre Prioritäten und überzeugt am Ende einen strengen König, der sich dadurch für den Frieden entscheidet.

Wenn Sie, meine lieben Leser, einmal das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in die Hand nehmen, werden Sie feststellen, dass unser demokratisches Land all die Rechte, die Alexander sich für die Bürger von Kaliste wünscht, bereits mit den ersten fünf Paragrafen dort als Verfassung unseres Landes in Stein gemeißelt hat. Und anstatt ›Hurra‹ zu schreien, weil wir so frei und geschützt leben können, gibt es Tendenzen in der Gesellschaft, die solch eine Verfassung am liebsten zerschlagen würden.

Daher ist dieses Buch für jeden Erwachsenen und auch für kluge Kinder eine sehr gute Erinnerung daran, wie frei wir alle leben, weil wir gerechte Gesetze haben!

Wie schrieb ein Kollege der Presse des Börsenblatts: Zitatanfang (veröffentlicht auf der Webseite des Penguin Verlags):

»Wenn soooo viel Hoffnung in so ein kleines Büchlein passt, dann ist die Welt noch nicht verloren« Zitatende. 

Dem kann man nichts weiter hinzufügen!

Foto: Copyright ® Julia Sellmann

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Seine Bücher wurden vielfach verfilmt und zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Die Theaterstücke Terror und Gott zählen zu den erfolgreichsten Dramen unserer Zeit, und Essaybände wie Die Würde des Menschen ist antastbar sowie die Gespräche mit Alexander Kluge Die Herzlichkeit der Vernunft und Trotzdem standen monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm u.a. die Erzählsammlung Nachmittage, der Theatermonolog Regen und die Erzählung der Stille Freund.

Werbetext Webseite Penguin:

Wie können wir friedlich miteinander leben? Anhand der Geschichte eines Jungen aus der antiken Stadt Kaliste, erklärt Ferdinand von Schirach die Grundzüge der Demokratie.

Alexander wird von den Einwohnern seiner Heimatstadt Kaliste der Auftrag erteilt, „gute Gesetze“ zu finden. Nie wieder soll eine Tyrannei möglich sein, und nur einem Kind traut man zu, frei von Vorurteilen gerechte Regeln für das Zusammenleben zu finden. Alexander macht sich also auf den Weg und spricht mit ganz unterschiedlichen Menschen: einem Orakel, einem Modeschöpfer, einem Soldaten und einem echten Philosophen. Nach und nach kommt er so den Prinzipien der Demokratie auf den Grund. Doch die Zeit drängt, denn der König des Nachbarreiches droht, die Stadt zu überfallen – und nur Alexander kann das verhindern, wenn er rechtzeitig gute Gesetze nach Hause bringt.

Klug, einfühlsam und humorvoll: Das erste Kinderbuch von Ferdinand von Schirach! Mit liebevollen vierfarbigen Zeichnungen des Autors.

Schon bei den ersten Büchern von Ferdinand von Schirach fühlte ich mich von dem großartigen Autor an seinen genialen Kollegen Erich Kästner erinnert. Auch Alexander, Herrn von Schirachs erstes Kinderbuch, führt mich wieder zu dieser Analogie. Selbst das Cover ähnelt Kästners Kinderbüchern. Außerdem gibt der Autor mit diesem Buch auch einiges aus seinem Kinderleben preis. Denn die Trauer um den verstorbenen Vater, die Alexander fühlt, ist bei Ferdinand von Schirach sehr nachzuvollziehen. Besonders gefreut habe ich mich auch über das Kinderbild des Autors am Ende des Buches. Wir alle vergessen leider viel zu schnell, und daran hat uns Kästner immer erinnert: dass wir Kinder waren und das Kind von früher immer in uns tragen!

Vielen Dank Herr Schirach für ein berührendes, sehr, sehr sinnvolles Buch.

Alexander, Ferdinand von Schirach, Penguin Junior, gebundenes Buch mit Illustrationen des Autors, Seiten 160, ISBN: 978-3-328-30481-4 Euro 18,00, erschienen 25.02.2026.

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