
›Kalt wie die Luft‹ ist der erste Band einer Serie um den verwitweten Kommissar Jakob Weber und seine neue Kollegin Nora Yun Sande in den Weiten des norwegischen Polarkreises. Von den Protagonisten her sind die Thriller reizvoll, da es sich um starke Charaktere handelt, die sich trotz großer privater Dramen ganz ihrem Beruf verschrieben haben. Von der Story her ist der Roman etwas für richtig hartgesottene Thrillerfans, die auf keinen Fall an Hämatophobie leiden dürfen. Denn es geht zur Sache und da alle Opfer Frauen sind, musste ich dann anfangen, querzulesen. Etwas weniger anschauliche Beschreibung hätte meiner mittlerweile zart gewordenen Thrillerseele besser getan. Aber da streiten sich die Geister, wie sehr ein Thriller ins Eingemachte gehen soll. Früher habe ich mit Gänsehaut Thriller wie ›Abgeschnitten‹ von Fitzek/Strobel gelesen. Heute stehe ich mehr auf Fitzeks ›Elternabend‹. Aber kommen wir zurück auf diesen nordischen Thriller. Eine junge Frau, die sich gerade beim Kriminaldienst beworben hat, verschwindet beim Joggen. Sie war befreundet mit dem Sohn der Lokalgröße Otto Jahrberg. So ganz eindeutig war Iselins Beziehung zu Carsten nicht, und er läuft mit einem ziemlichen Veilchen herum. Zusätzlich hatte Iselin eine eigenartige Beziehung zu einem Unbekannten, der vor einiger Zeit mit ihr in Oslo war. Noch während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, verschwindet die nächste Frau. Dieses Mal ist es eine prominente Autorin und jetzt kommt ein enormer Druck durch die Presse und das Kriminalamt in Oslo auf Weber und Sande zu. Vor allem als einer ihrer Ermittler zur Unterstützung in den Norden geschickt wird …
Wenn Sie die Nerven für diesen Thriller haben, ist es ganz bestimmt ein sehr spannender Kriminalroman, der in die dunkelsten Kapitel menschlicher Perversion einsteigt. Und das nicht nur bei Kriminellen, denn weiß wirklich ganz genau, was für ein Menschen einem gegenübersteht?