Schlagwort: Literatur Singapur

Was uns unsere Namen gibt, Alvin Pang

So klein und schmal dieses Buch mit seinen 73 Seiten ist, so herausfordernd ist es. Ich musste lange darüber nachdenken, um für mich einen Sinn daraus zu machen. Denn eigentlich wollte ich meine Besprechung nicht nur auf der reinen Gefühlsebene der Poesie belassen, und mich damit nur fragen: Mag ich das Buch? Gefällt mir der Stil? Ist es abgedreht oder avantgardistisch genug, um in seiner experimentellen Art für sich selbst zu bestehen?

Mein Anliegen war es, das Buch irgendwie zu verstehen, den philosophischen Gedanken dahinter zu ergründen, wenn es diesen denn gibt. Ich persönlich bin für mich zu einem Resultat gekommen. Doch eines kann ich von Alvin Pangs kleinem Werk mit Sicherheit sagen: Es regt zum Denken an, und das ist schon mehr, als viele andere Bücher von sich behaupten können. Pangs Texte fließen ruhig, fast beruhigend, und mit einmal Lesen ist es bei diesem Werk bestimmt nicht getan. Aber das ist auch das Schöne daran!

Wie Sie bereits ahnen, liebe Leser, empfehle ich dieses Buch. Doch an dieser Stelle möchte ich Alvin Pang selbst zu Wort kommen lassen. Er spricht über die Bedeutung, die seine Werke für ihn haben, und was er sich zum Ziel setzt, wenn er so mit den Lesern kommuniziert.

Alvin Pang hat in einem Interview (mit Yugin Teo für Wasafiri von 2016) einmal auf die Frage, ob seine Werke einen didaktischen Charakter haben, also durch eine Erzählung Lernprozesse anstoßen möchte, Folgendes geantwortet:

Zitatanfang: »Ein guter Freund sagte im positiven Sinne einmal über meinen Stil, dass meine Werke überwiegend skurril oder verspielt beginnen, um mit einem seriösen Punkt zu enden. Die Idee, den Leser zu einem Gespräch über die eigenen Gedanken einzuladen, ist etwas, das ich gerne beschreibe. Viele meiner Texte sind im Grunde genommen Dialogformen. Ich versuche weniger zu belehren, als vielmehr ein Argument oder eine Möglichkeit aufzuzeigen und Auseinandersetzung darüber anzuregen. Vielleicht ähnlich einer guten Vorlesung. In einem meiner Gedichte schrieb ich:  ›Ein Buch zu lesen heißt, zwei Einsamkeiten zu vereinen. Die Einsamkeit des Autors verbindet sich mit der Einsamkeit des Lesers, und es ist ein Gespräch, das zwei Menschen über die Zeit hinweg führen; so habe ich das Lesen selbst erlebt. Ich kann kein Buch lesen, ohne am Rand mit dem Autor zu diskutieren.‹«(freie Übersetzung aus dem Englischen)Zitatende.

Na, wenn das nicht spannend klingt, dann weiß ich es auch nicht. Was meinen Sie?

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