Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
14.02.2012
Am Montag gab die Deutsche Börse ihr vorläufiges Jahresergebnis für 2011 bekannt. Demnach hat sich der Umsatz im Vergleich zu 2010 um rund 6% auf gut 2,2 Milliarden Euro erhöht. Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern verdoppelte sich von 417,8 Mio. Euro auf 848,8 Mio Euro – und das obwohl das Ergebnis 2011 mit 'vergeblichen Kosten' in Höhe von 82 Mio Euro für die untersagte Börsenfusion belastet ist. Damit nähert sich der seit 2009 in Eschborn angesiedelte Konzern wieder dem Rekordergebnis des Jahres 2008 an.
Damals – mitten in der weltweiten 'Finanzkrise', in deren Folge hunderte Milliarden Euro öffentlicher Mittel zur Rettung 'systemrelevanter' Banken bereitgestellt wurden – hatte der inzwischen in Eschborn angesiedelte Konzern Deutsche Börse Umsätze von knapp 2,5 Mrd. Euro und einen Jahresüberschuss nach Steuern von mehr als einer Milliarde Euro erzielt.
Gesunken sind im Vergleich zum Rekordjahr 2008 vor allem die Steueraufwendungen des Konzerns. 2008 betrug die Steuerquote (Steuern vom Einkommen und Ertrag bezogen auf das Ergebnis vor Steuern) noch 28,5% (418,6 Mio. Euro). Im Jahr 2011 sank die Steuerquote auf 24,3% (279,0 Mio. Euro). Auch der Umzug von Frankfurt-Hausen ins Gewerbesteuerparadies Eschborn dürfte dazu maßgeblich beigetragen haben.
Aber nicht nur niedrigere Steuern haben den Nettogewinn des Börsenkonzerns erhöht, auch die Personalaufwendungen sind inzwischen niedriger. 2007 wurden für Gehälter und Löhne 566 Mio. Euro aufgewandt, im Umsatz- und Gewinn-Rekordjahr 2008 waren es 421 Mio. Euro und 2011 noch 397 Mio. Euro.
Freuen dürfen sich voraussichtlich die Aktionäre. Die reguläre Dividende soll um 10% auf 2,30 Euro pro Aktie steigen; zusätzlich soll eine Sonderdividende von einem Euro pro Aktie gezahlt werden. Das ist noch nicht alles, was der Konzern für seine Eigentümer tun will: Im zweiten Halbjahr 2012 plant der Vorstand Aktienrückkäufe von bis zu 200 Mio. Euro. Aktienrückkäufe sind aus Sicht der Aktionäre vergleichbar mit Sonderausschüttungen.
Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, gibt sich auch nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Börse kämpferisch und zuversichtlich: „Wir setzen nun unsere Wachstumsstrategie mit erhöhtem Tempo fort und greifen unregulierte und unbesicherte Märkte an, weiten unsere Führungsrolle bei Technologie und Marktdaten aus und streben weitere Partnerschaften mit Infrastrukturanbietern und Kunden in wachstumsstarken Bereichen und Regionen an.“
Durchweg positiv ist folglich die Selbsteinschätzung der Börse für 2012: "Die Deutsche Börse geht davon aus, dass sie ihren Wachstumskurs 2012 fortsetzen wird."(fwh)
Foto: Deutsche Börse
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