Schlagwort: Roman

Deon Meyer: Fever

Ein Postapokalyptischer Roman, der mich an den Film mit Will Smith „I am a Legend“ erinnert. Die Welt wie wir sie kennen ist durch ein Fieber von Milliarden von Menschen entvölkert. Wenige haben überlebt. Nico u. sein Vater gehören dazu und sind auf dem Weg durch Südafrika um nach einer neuen Heimstatt zu suchen. Sie erleben viele Abenteuer und stoßen auf eine gewandelte Natur und auf Menschen die sich von den Nahrungsmittelresten in verlassenen Supermärkten und von Farmern die überlebt haben. Die werden ausgeplündert. Es ist ein Kampf ums Überleben mit allen Mitteln. Meyer entwickelt einen Roman der am Schluss eine wichtige Frage zur Ökologie aufwirft.

 

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Petra Morsbach: Justizpalast Roman

Justizpalast von Petra Morsbach

Keiner hat gerne etwas mit der Justiz zu tun. Denn wer Gerechtigkeit erwartet bekommt Recht. Wie immer das dann aussieht. Was oder wer steckt hinter dem Begriff Justiz. Recht wird von Menschen gesprochen. Wie geht man mit den Menschen im Justitzapparat um. Das hat die Autorin in eine Sprache gegossen die wie Justiz etwas verstaubt, manchmal staubtrocken, ironisch und sehr erhellend ist. Vergessen Sie amerikanische Justizthriller. Morsbach bringt deutsche Justizrealität auf den Punkt, auch wenn es manchmal echt wehtut. Beispiele aus dem Leben und das ist in seiner Vielfalt, einfach unnachahmlich, werden Schlag auf Schlag serviert. Wer sich in deutschen Beamtenstuben auskennt, kann vieles nachvollziehen.

 

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Garry Disher: Hinter den Inseln

Ein leidenschaftlicher Pilot und Geschichtsforscher ist er, der Garry Disher. Er forscht über die Geschichte Australiens. Dabei ist er wohl auf diese Geschichte gestoßen die dem Buch zu Grunde liegt. Die Geschichte zeigt wie durch den 2. Weltkrieg die Verhältnisse in Asien durcheinander gewirbelt wurden. Kolonialmächte verloren ihre Basen und damit ihren Einfluss. Disher zeigt die Gewalt deren die Zivilbevölkerung ausgesetzt wurde und die Rücksichtslosigkeit der Menschen wenn es ums Überleben geht. Ein spannender Roman, der Gewalt, Liebe und viele andere Spielarten des menschlichen Lebens sehr deutlich zeigt.

 

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Das Alte Böse, Nicolas Searle

Wie nähert man sich einem Roman, der Das Alte Böse heißt? Mit Humor? Die alte Böse, muss es heißen, und die ist tot. Oder doch mit freudiger Erwartung? So wie Brian, der im Internet Estelle kennengelernt hat. Die lässt sich von ihrem Enkel Stephen zum Rendezvous chauffieren. Enkel? Internet-Dating-Portal? Moment, wie alt sind die beiden denn? Sagen wir es so: Sie sind in der Mitte zwischen einer dreistelligen Altersangabe und dem Renteneintrittsalter. Und sie heißen eigentlich Betty und Roy. Und sie sind alt. Und einer von beiden (oder doch beide?) ist böse!

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Arne Ahlert: Moonatics

Moonatics von Arne Ahlert

Ein SiFi Roman der in naher Zukunft spielt, der aber die Fakten, die es heute schon zu Umweltverschmutzung, Gier, Klassengesellschaften weiterspinnt. Der Roman beinhaltet Diskussionsansätze z.B. zu künstlicher Intelligenz, Religion und Terrorismus. Tourismus auf dem Mond, Hippies die schon immer die Ersten in Urlaubsparadiesen waren, sind hier auch die Vorreiter. Ein Roman der durch seine Vielschichtigkeit der Betrachtungsweisen und Themen einen besonderen Rang im Reigen der Zukunftsromane spielt. Weiterlesen

Poppy J. Anderson: „Taste of Love“, Geheimzutat Liebe

Geiheimzutat LiebeAndrew Knight ist ein neuer Stern am Bostoner Gastrohimmel – doch mittlerweile total ausgebrannt. Beim spontanen Kurzurlaub in Maine trifft er auf Brooke Day, die den lokalen kulinarischen Geheimtipp leitet und nicht ahnt, wer sich bei ihr einquartiert. Gemeinsam machen sie aus dem erfolglosen Geheimtipp eine IN-Location und Andrew hat zum ersten Mal seit Jahren wieder Spaß beim Kochen. Doch kann Brooke ihm verzeihen, dass er ihr nicht die Wahrheit gesagt hat?

 

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Michelle Cohen Corasanti: „ Der Junge, der vom Frieden träumte“

Der Junge der vom Frieden träumteMit Recht! Was der „Drachenläufer“ für Afghanistan, ist „ Der Junge, der vom Frieden träumte“ für Palästina The Huffington Post.  Der zwölfjährige Palästinenserjunge Ahmed kämpft um das Überleben seiner Familie, der einst in Palästina eine blühende Orangenfarm gehörte, lange bevor es von den Israelis annektiert wurde. Auf der spielerischen Jagd nach einem Schmetterling kommt seine zweijährige Schwester Amal in einem Minenfeld ums Leben. Als auch noch sein Vater verhaftet wird und der Familie alles genommen wird, ist er der einzige der sie retten kann. Denn Ahmed ist ein Mathematikgenie und erhält eines der begehrten Stipendien an der Universität von Tel Aviv. Doch dort ist er der einzige Palästinenser unter Juden.

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Björn Larsson: Long John Silver

Long John SilverWer Seefahrergeschichten liebt, wird dieses Buch sehr mögen. Es schildet das Leben auf See und die Lebenssituationen den Seeleute. Die Teerjacken hatten nicht viel zu lachen. Skrupellose Kapitäne, Schiffseigner beuteten die Matrosen bis aufs Blut aus. Mit Sklavenschiffen häuften sie ungeheure Vermögen an. Das da die Hälfte der Sklaven und ein Drittel der Besatzung bei der Überfahrt über Bord, oder wie es im Buch heißt: die Segel strichen, wurde in Kauf genommen. Meuterei war da ein probates Mittel aus diesem Kreislauf auszusteigen. All dies alles schildert Larson sehr deutlich am „Lebenslauf“ von Long John Silver.

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James Lee Burke: Fremdes Land

Fremdes Land von James Lee Burke

Fremdes Land von James Lee Burke

Amerikanischer kann ein Roman nicht sein. Ebenso wie amerikanische Filmepen unverwechselbar sind, so schreibt der Autor Burke seine Geschichten, meist aus dem Westen der USA, Texas, New Orleans. Die Eigenarten der Menschen fest im Blick, die meist kindliche Gläubigkeit an das eigene Fortkommen aus eigener Kraft, werden hier in Literatur gegossen. Meist ist da der strahlende Held der seinen Weg geht und der das Böse besiegt.  Mit der Figur aus seinen Dave Robicheaux Krimis (Verlag Pendragon) bedient er genau dieses Genre, Held rau und herzlich der es aber auch mal mit dem Gesetz nicht so genau nimmt.

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Dominic Smith: Das letzte Bild der Sara de Vos

Das letzte BildnisGastrezension: Dr. Ulrike Bolte

Auf drei verschiedenen Zeit- und Raumschienen entwickelt Dominic Smith die fulminante Geschichte eines Gemäldes des 17. Jahrhunderts, dem Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei. Es wird ein lebendiges Bild der damaligen Zeit entfaltet anhand einiger bis heute bekannter Ikonen wie der des gestrandeten Wals 1636, der in zahlreichen Grafiken festgehalten wurde oder der Tulpenmanie 1636/37. Dabei wurden Tulpenzwiebeln an Börsen gehandelt, wofür sie für die Kataloge gezeichnet wurden. Leute tauschten ihr Haus gegen eine einzige Tulpenzwiebel ein bis die ganze Spekulation zusammen brach und viele Leute mit Schulden zurück ließ, so auch den fiktiven Maler Barent de Vos. Seine Frau ist Stillebenmalerin, die erste Frau, die in die Malergilde aufgenommen wurde, aber jetzt sind ihre Tulpenbilder nicht mehr gefragt. Durch ihre Verschuldung werden sie aus der Gilde ausgeschlossen und bekommen keine Aufträge mehr, so dass Barent sich seinen Gläubigern durch Flucht entzieht.

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