Schlagwort: Kriminalroman

Leo Kanaris: Die Toten von Athen, Ein Fall für Detektiv Zafiris

Wenn Sie GriechenlandurlauberIn waren und das vorliegende Buch lesen, werden Sie in Teilen feststellen, genauso habe ich Griechenland erlebt. Das Buch schildert die momentane Situation authentisch. Touristen haben von der gefährlichen Seite, wie sie in diesem Werk beschrieben bestimmt nichts mitbekommen. Dass die Korruption hier fröhliche Urständ feiert, dass es mit der Organisation nicht klappt und das viel geredet wird und nichts passiert, nehmen die Menschen die ihr Land lieben, mit einem Schulterzucken hin. Dass sich die politischen Verhältnisse nicht ändern werden, kann man aus diesem höchst spannenden Krimi auch erfahren. Ein Zustandsbericht mit spannendem Hintergrund. Weiterlesen

Gianrico Carofiglio: Kalter Sommer, Ein Fall für Maresciallo Fenoglio

Kalter Sommer von Gianrico Carofiglio

Nichts ist spannender als die Wirklichkeit. Carofiglio, ein Insider im Bereich der Mafiakriminalität, hat hier die Wirklichkeit um einen Pentito, einen Kronzeugen, ausführlich berichtet. Anschaulich werden Aufnahmeprozeduren, Rangabstufungen innerhalb der Mafiaorganisationen geschildert. Es ergibt ein Bild des organisierten Verbrechens auf der unteren Ebene. Die großen Fische, die über internationale Verbindungen verfügen, werden hier nicht berührt. Weiterlesen

Martin Suter: Allmen und die Erotik

Wieder einmal eine neue Geschichte von dem sympathischen Kleinkriminellen und Hochstapler Allmen. Wieder einmal ist der auf großem Fuß lebende Gentleman pleite und muss nach einem „Fehlgriff“ auf die Barreserven seiner Mitgesellschafter Carlos u. Maria zurückgreifen. Durch eine Erpressung gerät er immer tiefer in einen Sumpf von Kriminalität die er nicht will. Weiterlesen

Christian v. Dithfurt: Schattenmänner

Wer die Thriller um den gewöhnungsbedürftigen De Bodt kennt weiß, dass ihn etwas außergewöhnliches erwartet. Diesmal lässt der Autor seine Leserschaft über viele Seiten im Ungewissen. Scheinbar völlig zusammenhanglos gibt es an den verschiedensten Ecken in Deutschland und Europa Tote. Das führt die übliche Truppe wieder zusammen und es geht gegen einen unsichtbaren Feind, der erst am Ende des Buches erscheint. V. Ditfurth lässt es sich nicht nehmen neueste politische Strömungen aufzunehmen und in seinem Plot zu verarbeiten. Es ist wieder eine Freude den Aphorismen der Philosophen zu lauschen die der belesene Kommissar reihenweise vom Stapel lässt. Weiterlesen

Kristin Lukas: Das Letzte, was du siehst

Immobilienmanagement. Das klingt sehr trocken und etwas unseriös. Was die Insiderin Kristin Lukas daraus gemacht hat ist ein Krimi der was die Tötung von Menschen angeht etwas rau. Wenn es aber um die Immobilienwirtschaft geht ist das Werk sehr erhellend. Wie man aus unbeweglichen Gegenständen wie Häuser sehr viel Geld machen kann und wie das geht zeigt sie an Hand von fiktiven Beispielen. Der Blick auf die Skyline von Frankfurt wird nach der Lektüre des Buches ein anderer sein. Wer den „Speckgürtel“ um Frankfurt kennt, weiß welche Geschäfte hier in dreistelliger Millionenhöhe gemacht werden.

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Jo Nesbø: Macbeth

Macbeth von Jo Nesbo

Eine griechische Tragödie in die Neuzeit transformiert. Ein Mann der sich durch Drogen, Alkohol und Machthunger von Mord zu Mord entwickelt. Mehrere Autoren haben sich bereits an dem Thema dieser Tragödie versucht. Ein düsteres Werk hat der Norwegische Autor Jo Nesbø da geschrieben. Es erinnert an den Film Sin City der in Sepia mit Bruce Willis gedreht wurde und die düstere Stimmung sowie die Brutalität widergibt. Ein Buch das so gänzlich anders ist als das wir, z. B. Harry Hole, vom Autor kennen. Man muss erkennen, dass sich in den letzten Jahrtausenden die Menschheit in ihrer Grundausrichtung nicht viel geändert hat. Das macht  Nesbø sehr deutlich. Kein Werk für schwache Nerven. Weiterlesen

Roberto Saviano: Der Clan der Kinder

Wer hinter die Kulissen des Reiselandes Italien blicken will, muss Roberto Saviano lesen. Sein Blick ist unverstellt und gerade und brutal direkt. Neapel, eine wunderschöne Stadt, brodelt geradezu im Untergrund. Die Quartiere sind unter den Bossen aufgeteilt und die Plätze unter den Anhängern der Bosse vergeben. Da macht sich ein Junge mit 15 daran dieses System mit einer „Paranza“ (eigentlich ein Fischgericht) aus Kindern bestehend aufzumischen. Dieser „Jungenclan“ geht wie seine großen Vorbilder mit Brutalität zur Sache. Saviano legt mit diesem Werk eine Tragödie vor, in der alle Verliere sind; die Bosse, die Kinder und deren Familien. Ein hartes Buch! Weiterlesen

Jan Seghers: Menschenfischer

Mit seinem Kommissar Marthaler hat Jan Seghers einen festen Platz unter den Krimibestenlisten. Er erzählt flüssig und spannend. Diesmal hat er den Aufsehen erregenden Fall des Timo Aus Frankfurt – Höchst zugrunde gelegt. Im Gegensatz zum tatsächlichen Fall löst Marthaler diesen. Zu diesen Fall verzweigen sich aber Handlungen zu anderen Fällen die sich in Frankfurt und Frankreich abspielen und die genau so spektakulär sind. Krimiunterhaltung auf gewohnt hohem Niveau. Weiterlesen

Der Rabbi und das Böse

Die Autorin nimmt uns mit nach Israel, nicht nur an die touristische Oberfläche, nein mitten in die Zerrissenheit einer Nation. Ausgelöst wird die Kriminalgeschichte durch einen Mord an einem Rabbi. Der Ermittler ein ehemaliger Offizier der israelischen Armee gerät in einen Strudel aus Korruption, religiösem Fanatismus und grenzenlosem Hass zwischen Palästinenser und Israelis. Diese spannungsgeladene Geschichte führt deutlich vor Augen was geschieht wenn Hass mit Hass vergolten wird und wer dabei am Meisten profitiert. Ein Buch, dass besser als alle Zeitungsberichte das Innenleben einer Nation widerspiegelt. Weiterlesen

Elke Nansen: Tödliche Leyhörn und ein Recherchereisebericht der Autorin

In ihrem 2. Werk der Ostfriesenkrimis legt die Autorin Nansen einen gewaltigen Zahn zu. Immer dann wenn die Ostblockmafia mit im Geschäft ist fliegen die Fetzen. Die Protagonisten Faber u. Waatstedt mitten drin. Auch für den sympathischen Opa Kurth, der sich immer mit guten Ideen einmischt wird es gefährlich. Unbekannte Strippenzieher, deren Gier, die Umwelt in der Nordsee in große Gefahr bringt, gehen scheinbar über Leichen. Die Autorin hat ein schönes Stimmungsbild der Ostseeküste um die Leyhörn gezeichnet. Im Anhang dieser Rezension schildert sie der Leserschaft ihre Eindrücke der Originalschauplätze.  Weiterlesen