Schlagwort: Krimi

Die Einsamkeit des Todes, Petra Johann

Seit Jahren sind die beiden Brüder Max und Tobi zerstritten. Denn ausgerechnet auf einer Hochzeit erfuhr Max, dass seine schwangere damalige Verlobte eine Affäre mit seinem jüngeren Bruder Tobi hatte. So brach Max den Kontakt zu Tobi ab und trennte sich noch in dieser Nacht für immer von Sarah. Zwei Jahre später erhält er anonyme SMS, in denen er als Sarahs Mörder tituliert wird und dessen nicht genug, erfährt er bei der Testamentseröffnung seiner verstorbenen Mutter, das beide Brüder nur erben, wenn sie die Weihnachtsfeiertage gemeinsam im Elternhaus verbringen.

Als dann in dem Wald in der Nähe des Elternhauses, Sarahs alter Koffer gefunden wird, interessiert sich die Polizei plötzlich für die alte Geschichte, denn es bleibt nicht nur bei dem Koffer, nicht weit entfernt, liegt auch eine weibliche Leiche.

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Tom Wolf: „Roter September“, Ein Brandenburg – Krimi

Mut wird belohnt. Man soll sich doch immer mal an andere Autoren ran wagen. Mein erster Brandenburg-Krimi von Tom Wolf und bestimmt nicht der Letzte. In diesem Krimi geht es um den ehemaligen Revierpolizisten Leo Pauluth, der versucht seinen Lebensabend nicht nur mit Wein genießen, sondern gleich mit Weinbau mitten in Brandenburg Prignitz zu verschönern. Doch da passiert es, dass ein bekannter Rebenhändler tot aufgefunden wird. Überzeugt, dass seine ehemaligen Kollegen auf der falschen Fährte sind, ermittelt Leo Pauluth auf eigene Faust. Schnell stellt sich heraus, dass hinter dem vermeintlichen Raubmord mehr steckt. Die Ermittlungen führen zu württembergischen Winzern, Händlern, Weinbünden, russischen Sportlern und alten Reben, bis hin zu Zuchtversuchen der Nazizeit.

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Andreas Pflüger: Niemals – Thriller

Als Rezensent sollte man mit dem Begriff „Superlativ“ sehr sparsam sein. Auf diesen Thriller wende ich ihn an. Was dieser Autor auf den ersten 50 Seiten an Action, Hintergrundwissen und Storytiefe bringt, davon leben andere Autoren drei Bände lang. Plüger hat sich mit blind sein wirklich beschäftigt. Deswegen kann er seine Protagonistin, die deutsche Lara Croft, so überzeugend in die diversen Abenteuer schicken. Auch geizt der Autor nicht mit rauen Szenen und Szenen in denen man sich an die Orte der Handlung versetzt fühlt. Sein Schreibstil ist wie ein Scharfschütze sein sollte: berechnend, präzise und treffsicher.

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Sophie Hénaff: Das Revier der schrägen Vögel

Nun kommt endlich der Nachfolgeband von Kommando Abstellgleis. Kommissarin Anne Capestan führt weiterhin ihre Schrottbrigade. Ein Revier, das aus Alkoholikern, Spielern, Pechvögeln, Schwulen und mittlerweile auch einem Polizeihund besteht. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und die schrägen Vögel des Reviers langweilen sich. Dann wird Capestan erstaunlicherweise zu einem aktuellen Mordfall gerufen. Wobei schnell klar wird, warum man sie involviert. Erstens ist der Tote ein Polizist und zweitens Anne Capestans noch Schwiegervater. Wenn sich einer mit dem Fall die Finger verbrennen kann, dann ihre Loser. Doch wie immer werden diese unterschätzt, denn aus dem Mord wird schnell eine Serie und das Kommando Abstellgleis lässt nicht locker.

Ich habe mich wieder kaputt gelacht! Die Brigade bekommt Zuwachs in Form von D‘ Artagnan oder besser gesagt einem Polizisten, der sich dafür hält und einer cleveren Polizeiratte, die beide herrlich in das Team der schrägen Vögel passt.

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Der Fengshui-Detektiv, Nury Vittachi

Fengshui, wie würde man das erklären? C.F.Wong ein Meister in dieser Kunst vielleicht so: „Die Harmonie zwischen Ying und Yang in einem Gebäude, die es ermöglicht das Chi frei fließen zu lassen.“ Seine siebzehnjährige Praktikantin aus Australien, die er nicht ganz freiwillig einstellen musste, vielleicht so: „Streichen Sie die Wände lachsfarben, rücken sie das Sofa vors Fenster und trinken Sie ein Glas Orangensaft jeden Tag.“ Zwei Welten treffen aufeinander und das ist ein Vergnügen, denn Fengshui Meister Wong und seine so verwirrende Praktikantin richten nicht nur die schlechten atmosphärischen Störungen in Wohnungen und Gebäuden Singapurs, sie lösen auch ganz nebenbei Verbrechen. Zum Schreien komisch, weise und auch etwas lehrreich sind die wundervollen Krimis um Mr. Wong und Miss McQuinie. Auch wenn die Serie um den Fengshui-Detektiv bereits aus dem Jahre 2003 stammt, sind sie dennoch aktuell und unbedingt lesenswert.

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Die Treibjagd, Antonin Varenne

Großartige französische Literatur, Antonin Varenne kann es mit Autorenkollegen wie Jean-Christophe Grangé aufnehmen.

Mitten im Massif Central liegt R., eine kleine Stadt, die seit Generationen von zwei rivalisierenden Familien beherrscht wird. Will man sein Auskommen dort haben, muss man sich entscheiden, entweder für die Courbiers, die den hiesigen Holzhandel in der Hand haben oder für die Messenet, Vieh und Getreidehändler. Anscheinend gibt es außer der Gruppe Sinti, die dort leben nur einen neutralen Mann. Rémi Parrot, der entstellte Revierjäger, der sein kleines Grundstück mit Holzhütte genau zwischen dem Land der verfeindeten Familien hat. Als sein Kollege Philippe, nach einer handfesten Auseinandersetzung mit Courbier plötzlich verschwindet, stellt Rémi seine eigenen Nachforschungen an. Man findet Philippes Leiche in einem alten Stollen, und weil Rémi nicht locker lässt, schießt man auf ihn. Doch dadurch lässt er sich nicht stoppen, genauso wenig wie bei seiner Liebe zu der schönen Michèle Messenet. Damit macht er sich sowohl die Messenets als auch die Courbiers zu Todfeinden.

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Mord in der Mangle Street, M.R.C. Kasasian

Sherlock Holmes hat Konkurrenz bekommen. Grice und Middelton ermitteln im London des Jahrs 1882. Doktor Watson wurde ersetzt durch March Middelton, einer jungen Frau, die in das Haus ihres Patenonkels nach London zieht. Sidney Grice ist ein berühmter Detective, arrogant bis in die Knochen, immer auf Profit aus und mehr als nur uneinsichtig, wenn jemand seine Erkenntnisse in Zweifel zieht. Als eine Witwe in sein Haus kommt und ihn bittet, die Unschuld ihres wegen Mordes angeklagten Schwiegersohns zu beweisen, lehnt er kategorisch ab. Denn die Dame hat einfach kein Geld. Ohne Geld, keine Ermittlungen. March will jedoch der Frau helfen und bietet ihr eigenes kleines Vermögen, damit Sidney den Auftrag annimmt. Auch wenn ihm vor Schreck das Glasauge aus dem Gesicht fällt, stimmt er zu.

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Niemand wird sie finden, Caleb Roehrig

978-3-570-17334-3

Flynns Freundin January verschwindet und obwohl man die Leiche des jungen Mädchens nicht findet, deutet alles auf ein Verbrechen hin. Da Flynn einer der letzten Menschen war, die January gesehen hat, steht er im Fokus der Ermittlungen. Er nimmt die Sache selbst in die Hand und fängt an, auf eigene Faust zu recherchieren. Was ihm dabei zu Ohren kommt, ist unglaublich, denn seine Freundin, war anscheinend nicht der Mensch, den er zu kennen glaubte. War alles, was sie behauptete, wer ihre Freunde waren und auch die Beziehung zu Flynn eine einzige große Lüge? Flynn gibt nicht auf und versucht das Rätsel zu lösen, doch es ist für ihn ein Eiertanz, da er ebenfalls ein für ihn furchtbares Geheimnis mit sich herum trägt, das kein Mensch erfahren darf. Dieses wieder einmal sehr gute cbj-Jugendbuch zeichnet sich dadurch aus, dass es wichtige Probleme junger Erwachsener behandelt und diese geschickt in eine Art Krimi einbindet.

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Die Schrecken der Nacht, James Runcie

9783455600582

Mit Die Schrecken der Nacht, setzt James Runcie seine Geschichte um Canon Sidney Chambers fort. Einem jungen, attraktiven Pfarrer in Grantchester bei Cambridge, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ganz nebenbei immer wieder in Kriminalfälle verwickelt wird.

Aber erwarten Sie kein Pater Brown Plagiat, denn die Bücher von James Runcie sind ganz anders, sehr nachdenklich, sehr englisch und einfach nur wundervoll geschrieben. Lassen Sie sich verzaubern von der Einfachheit seiner Kriminalfälle, die tiefgründig und fast immer philosophisch anmuten. Bei James Runcies Büchern kann man, ohne mit der Wimper zu zucken, von großartiger englischer Literatur reden.

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Die Schatten von Race Point, Patry Francis

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Lassen Sie sich von dem Cover nicht fehlleiten. Die Schatten von Race Point ist keine nullachtfünfzehn Liebesschmonzette, die mal schnell für die kommende Urlaubszeit am Strand zusammengeschustert wurde. Es ist eine Familiengeschichte, mit viel Gefühl und einer spannenden Kriminalgeschichte im Hintergrund. Es erinnert an Daphne de Mauriers Rebecca oder auch an Werke von Brontë. Was mit einer Kinderfreundschaft zwischen Hallie und Gus im Jahre 1978 beginnt, führt den Leser durch eine leidenschaftliche Liebesbeziehung im Teenageralter, die so abrupt endet, wie sie begann. Doch damit ist die Verbindung dieser beiden charismatischen Menschen nicht beendet, denn plötzlich brauchen sie sich wieder, als ein furchtbarer Mord geschieht.

Francis_Autorenfoto_©Ted Lukac

Patry Francis, geboren 1950 in Brockton, Massachusetts, lebt mit ihrer Familie auf Cape Cod. Ihre Erzählungen und Gedichte sind in zahlreichen literarischen Zeitschriften erschienen, und sie wurde mehrfach für den renommierten Pushcart-Preis nominiert. Die Schatten von Race Point ist ihr erster Roman bei Blanvalet.

Foto: Copyright Ted Lukac

 

 

Gus ist erst neun Jahre alt, als sein gewalttätiger Vater seine Mutter erschlägt. Der kleine traumatisierte Junge findet nur wieder ins Leben zurück, weil die Tochter des ansässigen Landarztes, Hallie, ihn nicht aufgibt. Auch wenn sie Freunde werden und gemeinsam mit dem gleichaltrigen Neil eine wunderbare Kindheit auf Cape Cod erleben, bleibt die Vergangenheit immer ein dunkler Schatten für Gus. So richtig lebt er erst auf, als er und Hallie als Teenager ein Liebespaar werden. Ihre Gefühle füreinander sind etwas besonders, nicht nur eine Jugendschwärmerei und sie schmieden Zukunftspläne. Doch am Abend des Abschlussballs passiert etwas zwischen den drei jungen Menschen, dass sie nicht nur auseinandertreibt, es verändert ihr Leben, für immer. Viele Jahre vergehen und jeder von ihnen lebt ein komplett anders Leben. Doch die Weichen sind noch nicht endgültig gestellt, denn durch den gewaltsamen Mord an einer jungen Frau muss Hallie sich wieder entscheiden. Glaubt sie an Gus und wird sie ihm helfen, wie damals, als er sie als kleiner Junge so sehr brauchte?

Es ist eine schöne, manchmal traurige Geschichte einer Familie, einer Liebe und auch eines tiefverwurzelten Hasses. Patry Francis hält ihren Roman immer an der Grenze des seriösen Romans, verliert sich nie in leidenschaftlichem Geplänkel. Auch wenn ich an einer Stelle die Stirn runzelte und dachte, na, kommen jetzt die Dornenvögel, so belehrte mich die Autorin eines Besseren.

Die Schatten von Race Point, Patry Francis, Blanvalet, 590 Seiten, ISBN 978-3-7341-0337-7, Euro 9,99