Schlagwort: Feminismus

Meg Wolitzer: „Das weibliche Prinzip“

Gastrezension: Dr. Ulrike Bolte; Kunsthistorikerin.

In ihrem neuen Roman breitet Meg Wolitzer einen Überblick über die Geschichte des (amerikanischen) Feminismus anhand von differenziert gestalteten Charakteren aus. Das gut lesbare Buch bietet einen Überblick über den Feminismus, seinen Kampf für die Rechte der Frauen, seine Ideale, wobei es bei aller Ernsthaftigkeit auch manchmal originell auftritt (wie die Erwähnung von Faith Franks Buch von 1984 „Das weibliche Prinzip“), phasenweise aber auch langatmig wirkt. Zum Schluss soll Greers Wunschadresse an Faith zitiert werden:
„Du hast im College für eine Offenbarung gesorgt. Danach habe ich jahrelang beobachtet, wie du alles, was du aufzubieten hattest – deine Kraft, deine Ansichten, deine Großzügigkeit, deinen Einfluss und natürlich deine Wut über Ungerechtigkeiten, alles zusammen – , anderen Frauen geschenkt hast, was oft passiert ist: die lange und großartige Geschichte von Frauen, die alles an andere weiter geben. Vielleicht ist das ein Reflex, manchmal auch eine Pflicht; aber wir tun es stets in dem Gefühl, dass es notwendig sei.“ Weiterlesen

Wir waren doch mal Feministinnen, Vom Riot Grrrl zum Covergirl. Der Ausverkauf einer politischen Bewegung, Andi Zeisler

Feminismus scheint über das Fernsehen, Film und den sozialen Netzwerken in aller Munde zu sein. VIPs schreiben sich das Wort Feminismus genauso auf ihr Image, wie es auf Unterhosen und T-Shirts gedruckt wird. Doch warum, wofür. Ob jemand wirklich den Feminismus öffentlich lobt oder nur für sich vereinnahmt, lässt sich nur sehr schwer unterscheiden. Wenn eine ernste politische Bewegung für das Geldverdienen vereinnahmt wird, tut es dann der Sache an sich noch gut?

Darum geht es der Autorin, Andi Zeisler in ihrem ganz hervorragenden Buch. Hier wurde vieles ausgesprochen, was schon viel länger hätte gesagt werden müssen. Für alle Feministen, ob Frau oder Mann wird dieses Buch ein weiterer Augenöffner sein. Für alle Leser, die sich noch nie wirklich mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt haben, ist dieses Buch ein guter Grund damit zu beginnen. Brillant, interessant und eine bemerkenswerte Recherche, gratuliere Frau Zeisler!

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Undine de Rivière: Mein Huren-Manifest, Inside Sex-Business

Mein Huren-Manifest von Undine de Riviere

Eine Streitschrift zum Thema Prostitution von einer Frau die sich im Sexarbeiter_Innen Geschäft auskennt. Im Besonderen liegt sie im Streit mit Feministinnen, die meinen, dass Sexarbeit eine Versklavung der Frauen bedeutet. Durch die eigenen Erfahrungen und durch den Kontakt mit Kolleginnen kommt sie zu sehr differenzierten Aussagen über Sexarbeit. Die unterschiedlichsten Auslebungen der Sexualität werden beleuchtet. Die Autorin vermeidet aber die Wertungen über diese Formen. Ein Buch das hilft Prostitution ohne Scheuklappen zu sehen und differenziert zu betrachten. Weiterlesen