Kategorie: Buchbesprechungen

Viktor Glass: Schüssler und die verschwundenen Mädchen

Ein Kriminalroman der auch ein Sozialreport sein könnte. Glass schildert die Lebens-u. Arbeitsbedingungen der Dienstmädchen, Mägde und der Arbeiter. Das das kein Zuckerschlecken war, sieht man daran, dass die Menschen nicht alt wurden. Krankheiten durch Unterernährung und Auszehrung waren Standard. Die sozialen Errungenschaften durch Gewerkschaften gab es noch nicht. Herrschaften machten sich diese Umstände zu nutze, und gingen gnadenlos mit der Dienerschaft um. Menschenhandel, ähnlich wie heute, nur nicht so international, gab es auch schon. Ein exellenter Einblick in das Jahr 1890 und dazu noch spannend.

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Susanne Goga: Nachts am Askanischen Platz

Das Cabaret des Bösen, das hier der Autorin zur Vorlage diente, gab es tatsächlich in Paris. Da wurden schaurige Stücke aufgeführt. Das ist aber nur die „Hintergrundmusik“ für eine Familientragödie die ihren Anfang im I. Weltkrieg nimmt. Was treibt einen Mann aus der ländlichen Ukraine nach der Weltstadt Berlin nachdem er ein Bild dieses Kabaretthauses gesehen hat. Goga gelingt es die Verhältnisse des Berlins, seiner Bewohner deutlich zu beschreiben. Die Situation der kleinen Leute, der Juden und des Theatervolks werden deutlich gemacht. Die gute alte Zeit war gar nicht gemütlich, oder nur für wenige.

 

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Dieter Aurass: Frankfurter Schattenjagd

Ein was wäre wenn, Roman. Was wäre, wenn es 1989 nicht nur in Tschernobyl zu einer Reaktorkatastrophe gekommen und es in 200 ähnlichen Reaktoren in China Japan, Korea, Indien und Pakistan zu einem Super GAU gekommen wäre. Aurass setzt fiktiv eine riesige Völkerwanderung nach Europa in Bewegung. Die Folgen beschreibt er intensiv. Dabei macht er Frankfurt zur Europäischen Hauptstadt und setzt eine internationale Polizeitruppe ein, um verbrecherische Organisationen, die natürlich mit eingewandert sind, zu bekämpfen. Interessante Gedankenspiele die auch die heutige Situation der Einwanderung beleuchten. Kriminalromane, zumal spannende, wie dieser, decken auch diese Themen ab. Weiterlesen

Zygmunt Miloszewski: Der Zorn der Vergessenen, Teodor Szacki ermittelt

Kriminalromane aus Polen sind eine Seltenheit. Wenn es sich dabei um einen Krimi handelt, der nicht nur Regionales sondern auch Kulturelles und Gesellschaftliches bietet, dann kann man getrost von einer Leseperle sprechen. Der Autor stellt die baulichen Gegebenheiten in Olsztyn im Ermland-Masuren und die soziologischen Verhältnisse im heutigen Polen dar. Hochdramatisch wird es wenn sich die Familiären Ereignisse um den Staatsanwalt Szacki zuspitzen. Weiterlesen

Michaela Russmann: „Rohgenuss“ Herd aus – Glück an. 60 vegane Rohkost –Rezepte

Schon wieder so ein Trendbuch. Doch ist Rohkost wirklich ein Trend oder weist uns Frau Russmann nur darauf hin, dass man fast alles roh genießen kann. Zusätzlich zeigt sie auf, was Rohe Kost bei uns bewirkt, Wohlempfinden, Genuss und Gesundheit. Ich als passionierter Koch, allem aufgeschlossen, habe an diesem Buch meine reine Freude gefunden. Auf dem Land mit Gartenwirtschaft groß geworden, kannte zwar schon vieles, doch das, was Frau Russmann hier zusammengetragen hat, hat meinen Küchenhorizont bereichert. Weiterlesen

Romana Echensperger: Von Wegen Leicht und Lieblich Das ultimative Weinbuch für Frauen

Oh, oh …. ich, weinkennender Mann soll ein Weinbuch für Frauen beurteilen. Mir ging es genauso, wie Iris Berben, die für dieses Buch ein Vorwort dazu verfasst hat:  „Braucht man das wirklich, ein Weinbuch für Frauen?“ Iris Berben hat es schnell revidiert. Ich auch. Jetzt bin ich froh oder sogar glücklich, dass dieses köstliche Buch auf meinem Schreibtisch gelandet ist und ich gezwungen war es zu lesen, damit ich eine Beurteilung hierüber machen musste und jetzt durfte.

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Ildikó von Kürthy: „Hilde“, Mein neues Leben als Frauchen

Sehnsucht an der Leine, Irrsinn auf der Hundewiese und spätes Glück mit Gassibeutel, oder Frau von Kürthy ist auf den Hund gekommen! Mein erstes Buch von Frau von Kürthy hatte mir meine Exfrau nach dem auslesen gegeben, weil sie wusste ich lache gerne. Schon damals war ich begeistert vom Schreibstil und der Selbstironie von Frau von Kürthy. Selbst mit Hunden groß geworden, war diese Buch ein Muss. Worum geht es? Frau von Kürthy ist auf den Hund gekommen. Von Kindertagen beeinflusst, sollte nun zu den beiden Söhnen ein Hund her, um die Familie zu komplettieren. Natürlich ein Rassehund musste es sein. Als Welpen gekauft und dann begann das Malheur. Weiterlesen

Nancy Neugebauer: Gustav und Nele

Ein Lesebuch für Jung und Alt. Liebevoll gestaltet mit wunderschönen Bildern die eine besondere Freundschaft zeigen. Das Glück einer Gans besonderen Freundschaft mit einem jungen Mädchen. Das Leben der Gans von Anfang an. Kaum aus dem Ei geschlüpft hat es die junge Nele erblickt und zu seiner Gänsemutter erkoren. Was darauf folgt kann man wunderbar an den Bildern sehen und im Text lesen. Das Buch ist als Vorlesebuch bestens geeignet und zeigt für Kinder die nicht die Möglichkeit haben den Lauf der Dinge in freier Natur zu erleben. Weiterlesen

Marie Reiners: Frauen, die Bärbel heißen

Wer glaubt, dass nur Briten schräge, urkomische Bücher schreiben oder Filme machen können, der hat noch nie was von Marie Reiners gehört oder gelesen. Das vorliegende Buch strotzt geradezu von komischen Einfällen die so schräg, so verdreht sind, dass man sich vor Lachen verbiegt und es einem doch etwas gruselig wird. Na, wer weiß schon wie es bei einer aktiven Tierpräparatorin riecht. Die Figur der Bärbel Böttcher ist einfach zu grandios als dass man sie unverfilmt lassen sollte. Weiterlesen

Christian v. Ditfurth: Böse Schatten, Kriminalroman, Stachelmann ermittelt (7)

Boese Schatten von Christian Ditfurth

Nach den beiden actionreichen Romanen, Heldenfabrik u. 2 Sekunden, aus der Feder v. Ditfurth´s ist nun etwas mehr Ruhe in die Romane gekommen. Halt, Langweilig schon garnicht, dafür blickt er wieder tief in das Innere seiner Figuren. Stachelmann Selbstzweifler und „Frauenheld“, der eigentlich mit den schönen Frauen nicht so recht umzugehen weiß, kommt wieder mal an seine Grenzen. Er hat es aber auch mit einer harten Nuss, die in Form eines kleinen Stückchen Papiers daherkommt zu tun. Dabei zeigt uns der Historiker v. Ditfurth dass die kalten Krieger im Westen nicht die Helden sind die sie vorgeben zu sein. Seine Vergleiche der Diktaturen (DDR u. Nazideutschland) sind für die jüngeren Leser sehr erhellend.

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