Kategorie: Buchbesprechungen

Todesmal, Andreas Gruber

Jeder Band aus der Serie um die BKA Profiler Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez ist ein Erlebnis. Mit viel Freude haben bisher alle vier Bände besprochen und auch der neuste, Todesmal, hat es in sich. Andreas Gruber lässt es beim BKA so richtig krachen, als eine Nonne dort auftaucht, und behauptet jeden Tag einen Menschen zu ermorden, falls Sneijder nicht die Hintergründe aufdeckt oder eine große Pressekonferenz gibt. An Publikation der brutalen Morde ist das BKA natürlich nicht interessiert, so wird es für die beiden Serienhelden ein Wettlauf um die Zeit.

Spannend bis zum letzten Satzzeichen, wenn auch deftig. Man muss schon einiges wegstecken können und auch Blut sehen können, um den Thriller richtig zu genießen. Eine der ersten Adressen in Deutschland und Österreich, wenn es um prickelnde Krimis geht.

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Antonio Manzini: Ein kalter Tag im Mai, Rocco Schiavone ermittelt

Es hat schon seine Gründe warum die Romane mit dem schrägen, nicht ganz astreinen Vicequestore Schiavone so erfolgreich sind. Diese liegen in der menschlichen, ach so menschlichen Natur des Protagonisten. Dem italienischen Flair der Umgebung in der die Romane spielen und den Themen die in italienischen Romanen nicht fehlen dürfen: Mafia, Essen und die Liebe. Wer die erste Staffel: Der Kommissar und die Alpen im ZDF gesehen hat, wartet gespannt wann die Fortsetzung kommt. Bislang nur im Bezahlfernsehen.

 

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Helon Habila: Öl auf Wasser

Menschen die Umweltzerstörung hautnah miterleben sind die Menschen die Helon Habila beschreibt. Der sogenannte Fortschritt zerstört Lebensgrundlagen und ganze Gesellschaften. Die Machenschaften von Ölgesellschaften, die mit kriminellen Handlungen einhergehen sind in Nigeria besonders deutlich zu sehen. Das Öl, das ohne große Rücksichtnahme gefördert wird verseucht riesige Gebiete und zerstört Ökologie und Ökonomie. Banden die einen Teil vom Kuchen abhaben wollen setzen der Bevölkerung zusätzlich zu. Der vorliegende Roman gibt dazu tiefe Einblicke. Weiterlesen

Garry Disher: Kaltes Licht

Wenn man wieder in den Polizeidienst in Australien zurück will, scheint man das zu können. Sergeant Alan Auhl hat aber aufgrund seines Alters mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Aber nach und nach erweist sich seine Erfahrung als Segensreich. Auch außerhalb des Dienstes ist er für manche Kolleginnen hilfreich. Ein Jahre altes Skelett, ein ungeklärter Mordfall und vergessene Geheimnisse treiben den alten Fuchs Auhl an die Grenzen. Dass er dabei manchmal auch außerhalb der Legalität wandelt scheint entschuldbar. Weiterlesen

Ein Leben und eine Nacht, Anne Griffin

Ein großartiges Stück Erzählkunst. Die kleine leise Geschichte eines irischen Lebens mit allen Höhen und Tiefen. Maurice Hannigan am Ende seines Lebens angekommen, blickt zurück auf die Liebe, die Schicksale, Dramen und glücklichen Stunden seines so scheinbar ganz normalen Lebens. Doch sein Leben war nicht normal, es war einzigartig, tragisch und glücklich zugleich.

Die Geschichte eines irischen Bauernjungen, die so wunderschön ist, dass man Tränen des Glücks vergießt, mit Maurice liebt, leidet und manchmal auch lacht. Vom erzählerischen ist die Geschichte so bewegend, dass sie für mich zu den Top Ten aller Familiengeschichten gehört, die ich je gelesen habe.

Ein ganz unglaublicher Roman. Lassen Sie das Buch, liebe Leser, nicht an sich vorbeiziehen!

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Dennis Lehane: Alles was heilig ist.

Wieder ein Krimi der mit Bostoner Lokalkolorit sehr spannend daherkommt. Das Ermittlerduo fällt von einem Extrem ins Andere. Das schnelle Geld lockt. Wenn ein schwerkranker und sehr reicher Mann um Hilfe bittet und mit 50.000$ winkt werden die zwei doch weich. Sie werden aber bald erkennen müssen, dass der Job lebensgefährlich für sie daher kommt.

 

 

 

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Michael Jensen: Totenland

Ein historischer Kriminalroman der Spitzenklasse. Er vereint mehrere sehr interessante Aspekte in sich. Zum Einen schildert er die letzten Kriegstage und die Opfer die er unter der Zivilbevölkerung angerichtet hat. Zum Zweiten deckt er die psychischen Befindlichkeiten der Opfer und der Täter auf. Der Polizist als Opfer der beiden Kriege in die er gezwungen wurde und die Täter in den Reihen der SS und politisch handelnden. Mitläufertum ist angesagt, nur nicht auffallen und versuchen seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. All das schafft der Autor in bemerkenswerter Weise ohne dabei den Spannungsbogen der Kriminalhandlung zu vergessen. Weiterlesen

Tomi Ungerer: Zeraldas Riese

Ein wunderbar kleines aber feines Büchlein, das für diejenigen ist, die sich ihre kindliche Seele erhalten haben. Dabei ist diese Geschichte eine Parabel die wie schon der gestickte Wandbehang meiner Großmutter gezeigt hat: Liebe vergeht und Kochen besteht. Dabei ist bei Zeralda auch ein glückliches Ende möglich. Als Fazit kann hier festgestellt werden: wer gut ist mordet nicht.

 

 

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Elke Nansen: Tödliches Campen

Diesmal hat sich die Autorin mit Ihrem spannenden Krimi um drängende bundesdeutsche Themen gekümmert. Natur und Umwelt, Homosexualität in bestimmten Berufsgruppen und organisiertes Verbrechen. Es ist wieder eine brisante Mischung die uns die Autorin hier verabreicht. Da der Norden als touristische Region im Besonderen von Besuchern abhängt stellt sich die Frage ob schöne Gebiete zuzupflastern Sinn macht. Elke Nansen löst diese Frage mit einem mysteriösen Mord. Weiterlesen

Morduntersuchungskommission, Max Annas

Oberleutnant Otto Castorp und das Team der Morduntersuchungskommission Gera werden eingesetzt, als man naher der Bahnstrecke Jena eine Leiche findet. Der Mann ist ein Schwarzer, wahrscheinlich aus Mosambik, wie die vielen Gastarbeiter des Bruderlandes der DDR. Doch was immer dem jungen Mann zustieß, es war entsetzlich. Obwohl Teile seines Schädels fehlen und er erhebliche Verletzungen an den Händen und Armen hat, ist es schnell klar, dass er nicht aus dem fahrenden Zug stürzte. Jemand oder mehrere haben den jungen Mann so zugerichtet und in den Auen neben den Schienen regelrecht entsorgt.

Otto Castorp stößt erst einmal auf eine Wand von Schweigen. Die Leute scheinen Angst zu haben und wollen nicht reden. Jedoch kristallisiert sich immer mehr heraus, dass der Mord einen rassistischen Hintergrund hat und in dem Moment, werden die Ermittlungen eingestellt. Denn Rassismus gibt es nicht in der DDR und was es nicht gibt, kann nicht ermittelt werden. Doch Oberleutnant Castorp kann nicht loslassen und wird somit für bestimmte Leute des Staates unangenehm.

Ein Superkrimi, mit realistischem DDR-Flair und einem erstaunlichen Ende.

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