Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
24.05.2012
Kurz nach dem Aufstieg des 1. FC Eschborn in die Regionalliga tritt nun auch die Eschborner FDP dafür ein, dem Verein durch einen Verzicht auf die verbleibenden städtischen Ansprüche aus der Insolvenzmasse (nach aktuellem Stand noch ca. 25.000 Euro) ein Weiterbestehen zu ermöglichen. Erster Stadtrat Matthias Geiger und sein ehrenamtlicher Kollege Heinz O. Christoph haben dies am Mittwoch klar in einer Pressemitteilung gefordert.
Bereits seit einigen Jahren befindet sich der 1. FCE im Insolvenzverfahren. Rund eine Million Euro Steuergelder hatte die Stadt 2005 mit einer Bürgschaft – damals gegen die Stimmen der FDP - in den Sand gesetzt. Sie war einer falschen, offenkundig auch betrügerischen Rechnungslegung des damaligen Vorstands aufgesessen. Wenige Monate später – nachdem auch abenteuerliche Angbote angeblich finanzstarker privater „Investoren“ ernsthaft von der Stadtregierung wohlwollend begleitet wurden – platzte der Betrug. Die Stadt musste die Million an die finanzierende Bank zahlen.
Seither lebt der Verein unter der Obhut eines Insolvenzverwalters fort. Der Vorstand wurde ausgetauscht; der neue Vorstand leistete unstrittig harte Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Eine Schlappe musste er allerdings einstecken, als die von ihm befürwortete Fusion mit Rot-Weiß Frankfurt am Mitgliedervotum scheiterte. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga punktete der 1. FCE kürzlich.
Pikant: Was die FDP jetzt fordert, war schon seit Februar 2012 als Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, wurde aber bisher gar nicht erst diskutiert. Im Februar 2012 verweigerte die Mehrheit der Stadtverordneten einschließlich der FDP-Stadtverordneten, einen entsprechenden Antrag der Linken auf die Tagesordnung zu nehmen. Und in der Stadtverordnetensitzung im April lehnte auch die FDP zusammen mit schwarz-grün erneut die Diskussion des Linke-Antrags ab. Es war schließlich schon nach 22:30 Uhr, bis er von Stadtverordnetenvorsteherin Rühmann-Heller aufgerufen werden konnte.
Umso entschlossener ist die FDP jetzt. „Ich verstehe den weiteren Gesprächsbedarf des Bürgermeisters und von CDU- und Grünen-Fraktion überhaupt nicht“, so Erster Stadtrat Matthias Geiger. Noch deutlicher wird sein ehrenamtlicher FDP-Stadtratskollege Christoph: „Das schlägt dem Fass den Boden aus“. Christoph verweist darauf, dass Eschborns schwarz-grüne Regierungsmehrheit allein in 2012 rund 100.000 Euro an sieben Institutionen außerhalb Eschborns „nach Gusto“ verteilt habe. (fwh)
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