Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
16.09.2009
Es klingt im ersten Moment etwas merkwürdig: Man fährt am Sonntagmorgen ins Kino, um in den Gottesdienst zu gehen. Ein großer Unterschied zum klassischen Gottesdienstbesuch wird an Rücken und Po sofort spürbar, Kinosessel sind wesentlich bequemer als harte Kirchenbänke. Das Thema in diesem "GoSpecial" war allerdings nicht so bequem: "Liebe deine/n Ex wie dich selbst!"
Die Sommerpause ist vorbei und die Evangelische Andreasgemeinde aus Niederhöchstadt setzte am vergangenen Sonntag ihre "GoSpecial"-Veranstaltungsreihe im Kinopolis Main-Taunus fort. Seit Dezember 1995 gibt es diese modernen Gottesdienste inzwischen schon, die einmal im Monat an wechselnden Orten in der Region um Eschborn stattfinden. "Professionelle christliche Unterhaltungsshow mit Live-Band, inhaltlichem Tiefgang und Zuschauerbeteilung" ist eine mögliche Beschreibung, die dieser speziellen Gottesdienstform zumindest nahe kommt.
Wenn Partnerschaften in die Brüche gehen, dann gibt es auf allen Seiten viele seelische Scherben, entsprechend schwierig war dann auch die Umsetzung und Aufarbeitung des Themas in diesem GoSpecial. Petra Seidel und Karsten Jädtke spielten in mehreren Akten ein "Beziehungstheater", wie es so oder ähnlich millionenfach in gescheiterten Partnerschaften vorkommt. Die Gemeindepastorin Anke Wiedekind spannte in ihrer eingebetteten Predigt den Bogen zur christlichen Herangehensweise an Trennung und Neuanfang.
Mehr zum Thema selbst finden Sie in der neuen Kolumne "Aus heiterem Himmel - Andreas erzählt" hier im Eschborner Stadtmagazin.
Wie in jedem GoSpecial konnten die Gottesdienstbesucher Fragen zum Thema an den Prediger/die Predigerin stellen. Dies geschieht mit kleinen Kärtchen, die auf jedem Sitz bereit liegen und durch Helfer eingesammelt werden. Die beiden Gottesdienstmoderatoren Xenia Wenzel (links) und Kai Scheunemann (rechts) nahmen dann die Pastorin Anke Wiedekind (Bildmitte) ins "Kreuzverhör".
Ein besonderes Angebot zum Schluss sind die Einzelsegnungen. Jeder der will kommt nach vorne und bekommt von zwei Mitarbeitern einen persönlichen geistlichen Zuspruch und ein Kreuz mit Salböl auf Stirn oder Hand. Während dieser Zeit spielt die Band Lobpreismusik. Das Angebot wurde am vergangenen Sonntag reichlich in Anspruch genommen, es gingen auch viele Paare nach vorne.
Eine Live-Band, ein Theaterstück, die Bild- und Tontechnik, der Büchertisch, das Bistro und die viele wichtigen Tätigkeiten im Hintergrund machen jedes Mal einen Mitarbeiterstab von rund 50 Personen erforderlich. Und bei einem Gottesdienst darf natürlich auch die Kollekte nicht fehlen, die in diesem Fall der Finanzierung von GoSpecial diente. Inklusive der Saalmiete für das Kino 1 im Kinopolis beliefen sich die Gesamtkosten auf etwa tausend Euro, erläuterte Xenia Wenzel am Mikrofon und warb um Spenden. (ust)
Fotos: ust
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