Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
26.06.2009
"Wir geben etwas in die Region zurück, was auch die Region uns gibt." Mit diesen Worten beschreibt Bürgermeister Wilhelm Speckhardt die Entscheidung des Eschborner Magistrats ausgewählten Kultureinrichtungen in Frankfurt finanziell unter die Arme zu greifen. Das Städel Museum bekommt für seinen Erweiterungsbau in diesem Jahr 2 Mio. Euro aus Eschborns Schatulle und im kommenden Jahr ebenfalls. Die Alte Oper, das Englische Theater und das Deutsche Filminstitut erhalten jeweils 100.000 Euro. Damit das Geld aber auch tatsächlich fließen kann ist noch die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung erforderlich, die tagt am 09. Juli. Bürgermeister Speckhardt rechnet mit einer deutlichen Mehrheit.
Bei der Pressekonferenz am Donnerstag sagte der Direktor des Städel Museums, Max Hollein: "Das ist heute ein großer Tag für das Städel und ein großer Schritt für die Region." Eschborns Sponsoring ist aber auch mit dem Ziel verknüpft, Schülerinnen und Schüler aus Eschborn und andere interessierte Bürger an speziellen Projekten in Deutschlands bedeutendstem Kunstmuseum teilhaben zu lassen. Für seinen Erweiterungsbau hat das Städel 30 Mio veranschlagt, die die Stiftung ganz mit Spenden aufbringen muss.
Sonsoring für dei "JAZZnights"
Auch die Alte Oper gehört zu den auserwählten Einrichtungen, die sich über Geld aus der Westerbach-Metropole freuen darf. Gemeinsam mit dem in Eschborn ansässigen Unternehmen VR-Leasing will der Magistrat die seit zehn Jahren veranstaltete Reihe "JAZZnights" unterstützen. Der bisherige Sponsor, die Deutsche Börse, hat sich nach Auskunft der Pressesprecherin der Alten Oper, Anita Maas-Kehl, auf eine andere Veranstaltungsreihe verlegt. Zum Engagement Eschborns sagte Maas-Kehl: " Wir halten das für ein besonderes Signal für das Zusammenwachsen der Kulturregion Rhein-Main."
Der Beginn einer großen Freundschaft
Das Deutsche Filminstitut DIF kennen viele eher über das dazugehörige Filmmuseum. Als älteste filmwissenschaftliche Einrichtung der Bundesrepublik vermittelt das DIF unter anderem Filmkultur und Medienkompetenz, insbesondere an Kinder und Jugendliche. An dieser Stelle setzt auch das Sponsoring mit 100.000 Euro an. Eine Kooperation mit Kindertagesstätten, Schulen und dem Eschborn K soll entstehen. Die vielfältigen Angebote sollen aber auch einem älteren, an Filmkultur interessierten Publikum zugute kommen, sagte Claudia Dillmann, die Direktorin des Filminstituts. "Dies ist der Beginn einer großen Freundschaft", ist das Filmzitat, das Dillmann über die neue Zusammenarbeit mit Eschborn stellt.
100.000 Euro, damit es knallt
Der "Eschborner Bub", so wie sich Intendant Daniel John Nicolai selbst bezeichnet, darf sich ebenfalls über 100.000 Euro für sein Englisch Theatre Frankfurt "ETF" freuen. Nicolai ist in Eschborn zur Schule gegangen, lebt hier und sieht im Engagement Eschborns "ein wunderbares Signal im Sinne des Zusammenwachsens der Kulturregion Rhein-Main." Nächstes Jahr feiert das Englisch Theatre seinen 30. Geburtstag und da erwartet das Publikum, "das es knallt", erklärte Nicolai. Und weil besondere Theater-Produktionen teuer sind und das ETF finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen kann, kommt der warme Regen aus Eschborn gerade richtig. Für die Wirtschaftsförderung sieht Nicolai zukünftig die Möglichkeit Kulturprogramme für die Gäste von in Eschborn ansässigen Unternehmen durchzuführen.
Und an dieser Stelle schließt sich auch der Kreis zu Bürgermeister Speckhardt wieder. Der sagte bereits seit über einem Jahr mit den ausgewählten Kulturinstitutionen im Gespräch zu sein. Die Pressekonferenz vom Donnerstag sollte eigentlich bereits vor einigen Monaten stattfinden, dies habe sich aber "wegen Abstimmungen" noch verschoben. Auf die Frage, ob denn auch die beiden Zoos in Kronberg und Frankfurt von Eschborn finanziell gefördert werden sollen, wollte Speckhardt noch nichts Konkretes sagen, er sei mit den Zoos im Gespräch, war seine Antwort. (ust)
Foto: Alte Oper Frankfurt
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