Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
11.07.2012
"Platz am Ehrenmal erstrahlt in neuem Glanz" - so euphemistisch berichtet die Pressestelle der Stadt Eschborn über die Umgestaltung des kleinen Platzes vor dem Eschborner Friedhof.
Und, als weitere positive Meldung: "Die Eingänge zum Friedhof, die während der Bauphase geschlossen waren, können jetzt wieder genutzt werden."
Was hat sich abgespielt? Eschborn hat wieder einmal viel Geld ausgegeben: 180.000 Euro kostete die Umgestaltung des „Platzes am Ehrenmal“ am Friedhof in Eschborn.
Schöner ist es dort nicht geworden, und man weiß nicht so recht, warum der hauptamtliche grüne Stadtrat Thomas Ebert die Menschen „herzlich zum Verweilen einlädt“ - ausgerechnet dort, ausgerechnet nach der Umgestaltung. Vorher war es dort viel schöner.
Seit Jahrzehnten steht an diesem Platz der schwarze Steinblock für „unsere Gefallenen“ - und nicht etwa für die unsäglichen Grausamkeiten des ersten Weltkrieges und für die 50 Millionen Toten des zweiten Weltkrieges. Schlimm genug, aber damit muss und kann man leben.
Wenige Meter entfernt, eher unauffällig in einer hübschen Wiese, stand das grauenhafte Denkmal des „hiesigen Militärvereins Siegeslust“, das unter anderem Kaiser Wilhelm I, dem Schlächter, huldigt. So wie es war, hätte es stehenbleiben können, aus historischen Gründen. Man kann und sollte die Grausamkeiten der Geschichte nicht einfach wegretuschieren.
Was macht Eschborns grüner Gründezernent aber für viel Geld? Die Denkmale werden „aufgewertet“, für 180.000 Euro.
Der schwarze Steinblock für „unsere Gefallenen“ war bis vor wenigen Monaten eingerahmt von zwei hölzernen Buchsbaumtrögen. Die waren wirklich hässlich, zugegebenermaßen. Aber es hätte gereicht, diese beiden Tröge wegzuräumen, und im übrigen den Platz einfach so zu belassen, wie er war.
Aber es kam schlimmer: Das Schlächterdenkmal für Wilhelm I wurde, statt wie bisher am Rande des Friedhofes für eine schlimme Geschichte zu stehen, mit einem eigenen kleinen Platz auch noch aufgewertet.
Vor diesem Hintergrund sind die paar Platten mit dem Wort „Frieden“ in verschiedenen Sprachen, die den Platz nun laut Mitteilung der Stadt Eschborn „zieren“, einfach nur peinlich.
Schöner ist der Platz auch nicht geworden. Siehe Fotos vorher/nachher. Viel Geld wurde also verschwendet – für eine peinliche Verschandelung.
Foto ganz oben: Stadt Eschborn, nach der Umgestaltung. Fotos darunter: Fritz-Walter Hornung, vor der Umgestaltung.
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