Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
13.11.2011
Wir sind sehr schnell dabei, andere Länder wegen ihrer Politiker zu verdammen, als wären wir, bzw. unsere Politiker moralisch bessere Institutionen. Zumindest wir Eschborner sollten uns, bevor wir weiter über die Italiener herfallen, zunächst an die eigene Nase fassen. Die schillernde Persönlichkeit unseres Stadtverordnetenvorstehers, Herrn Horst-Günter Döll, zeigt uns doch einmal wieder allzu deutlich, dass auch wir uns Problempolitiker leisten.
Horst Günter Döll wird schon seit vielen Jahren nachgesagt, sein politisches Wirken nicht nur am Wohl der Stadt auszurichten, sondern auch sehr gerne an sein eigenes Wohl zu denken. Immer wieder wird seine Person gerüchteweise mit Korruption in Verbindung gebracht. Darüber hat auch schon die Presse berichtet. Dafür habe ich keine Beweise, um das klar zu sagen, aber es fällt schon auf, dass immer wieder Herr Döll zu den Verdächtigen gezählt wird.
Mir selbst bleibt aus meiner Zeit in der Stadtverordnetenversammlung in Erinnerung, dass Herr Döll mit seinen Erinnerungslücken auffallende Parallelen zur Person des „Widerstandskämpfers“ Hans Filbinger aufweist. In der Affäre Kopp, wo es schlicht darum ging, Herrn Kopp mehrere hunderttausend Euro Schulden zu erlassen – alles Geld des Steuerzahlers - musste er erst von der Opposition angesprochen werden, bevor ihm wieder „einfiel“ – dann aber auf der Stelle - , dass er mit Herrn Kopp Immobiliengeschäfte getätigt hatte, dabei war Herr Döll sogar einer der treibenden Kräfte für den Schuldenerlass. Das ist schon merkwürdig, oder?
Und zuletzt brach Herr Döll bewusst das Gesetz, indem er zuließ, dass der ehemalige Stadtverordnete Herr Christian Gerhardt offenbar über Jahre hinweg mehrere Immobilien von Herrn Döll dafür nutzte, um einen nicht existierenden Wohnsitz in Eschborn vorzutäuschen. Natürlich hat er von dieser Wählertäuschung gewusst oder können Sie über Jahre hinweg einen Briefkasten an einem fremden Haus anbringen, ohne dass sich der Eigentümer bei Ihnen meldet – im Leben nicht. Man könnte über das alles hinwegsehen, hätte er Döll nicht das höchste Amt in der Stadt inne.
Tatsächlich steht der Stadtverordnetenvorsteher als Parlamentschef protokollarisch über dem Bürgermeister. Er sollte uns moralisch ein Vorbild sein oder verlange ich da zu viel? Daher muss sich die CDU nunmehr die Frage gefallen lassen, was Herr Döll den noch alles anstellen darf, bevor man ihn in aus dem Amt entfernt. Wie sieht der Katalog der kommenden Taten aus, die man Herrn Döll noch zugestehen will, bevor es auch der Koalition reicht?
Als Eschborn finde ich es jedenfalls nur noch peinlich, wie die Verantwortlichen in der neuen Koalition - wie es die Indianer sagen würden – mit gespaltener Zunge sprechen. Nachdem, was man so hört, ist wohl eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung geplant, um über den Fall Döll zu beraten. Vielleicht hat Herr Döll zuvor doch noch ein Einsehen und erspart dem Steuerzahler das Sitzungsgeld.
Thomas Barz
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