Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
21.04.2012
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Eigentlich kennen wir Wolfgang Brenner als Kolumnist und Romanautor von eher „gemütlichen“ Texten. Hier legt er einen Roman vor der unter die Haut geht. Der Einsatz der Bundeswehr und die daraus erwachsenen Szenarien. Krieg ist eben „kein Ponyhof“. Weder bei denen die Krieg führen und schon gar nicht bei denen die ihn erleiden müssen. Familien der Krieger zu Hause werden mit dem versorgt was sie ruhig stellt um mit ihnen möglichst keinen Stress zu haben. Das alles bringt Brenner in geradezu atemberaubender Schnörkellosigkeit in seinem Buch unter. Alles Fiktion?
Wolfgang Brenner, Jahrgang 1954, ist Schriftsteller, Journalist und Filmemacher. Er lebt in Berlin und im Hunsrück. Brenner schreibt seit 20 Jahren Krimis und Drehbücher. 2007 wurde er mit dem Berliner Krimipreis ausgezeichnet, 2009 mit dem Internationalen Feature-Preis der Stiftung Radio Basel
Marie Blau lebt mit ihrem kleinen Sohn Felix am Rande von Koserow auf Usedom. Ihr Mann Karl ist Berufssoldat und derzeit in Kundus stationiert. Eines Tages erreicht Marie die Nachricht, dass ihr Mann bei einem Selbstmordanschlag der Taliban ums Leben gekommen ist. Sie reist mit dem Jungen zur Trauerfeier nach Berlin. Dort weigert man sich jedoch, ihr den Leichnam ihres Mannes zu zeigen. Angeblich ist er entstellt. Und dann erhält Marie einen Anruf ihres totgesagten Gatten.
Wer immer noch daran glaubt das der Krieg in Afghanistan ohne große Verletzungen der nationalen Seele vorbei geht, wird dies nach der Lektüre des Romans große Zweifel bekommen. Auch das Bild der Bundeswehr, das nach den Angriffen auf Zivilisten heftige Kratzer bekommen hat, wird deutlicher aber nicht besser. Bauernopfer wie der General Schneiderhahn werden nachvollziehbar. Das alles in einem Kriminalroman! Ein Solitär unter den Krimis! (schw)
Wolfgang Brenner: Alleingang, Kriminalroman, Gmeiner Verlag, 270 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-8392-1227-1, € 9,90
Foto unten: Zimmermann
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