Das Online-Magazin aus Eschborn am Taunus
05.10.2011
Immer dann, wenn Autoren Bücher von Dingen schreiben von denen sie etwas verstehen, profitieren auch die Leser. Rebecca Gablé ist hier das beste Beispiel. Als studierte Historikerin hat sie viel zu erzählen. Dabei verblieb sie Fiktion und historische Tatsachen in einem solchen bunten Erzählteppich, dass die 955 Seiten rasch umgeblättert sind. Wieder ist das vorliegende Werk ein Bestseller bei dem man nachvollziehen kann, warum das so ist. Mit diesem Buch versteht man, wie sich die englische Kirche aus der katholischen entwickelt hat. Auch das Leben Heinrich VIII wird hier anschaulich und voller praller Bilder vor den Augen der Leserschaft entwickelt. Es ist immer ein besonderes Vergnügen, ein Buch von Rebecca Gablé in den Händen zu halten, und es fällt schwer, auf das nächste zu warten.
Rebecca Gablé wurde am 25. September 1964 in einer Kleinstadt am Niederrhein geboren. Nach dem Abitur 1984 machte sie eine Lehre als Bankkauffrau. In diesem Beruf hat sie anschließend auch vier Jahre gearbeitet, meistens auf einem Stützpunkt der Royal Air Force, wo sie viel über England, seine Sprache und seine Menschen gelernt hat. Aber die Lust am Erzählen hatte Rebecca Gablé immer schon, und 1990, nachdem sie ihren ersten Roman geschrieben hatte, gab sie ihren erlernten Broterwerb auf, um aus der Lust einen Beruf zu machen. Sie begann ein Literaturstudium in Düsseldorf, dessen Schwerpunkt sich mehr und mehr zur Mediävistik - der Lehre vom Mittelalter - verlagerte. Seit Beendigung ihres Studiums 1996 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Zwischenzeitlich hat sie auch zwei Semester lang altenglische Literatur an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf gelehrt, was sie zu ihrem Bedauern aus Zeitgründen wieder aufgeben musste.
Seit mit ihrem ersten historischen Roman "Das Lächeln der Fortuna" 1997 der Durchbruch kam, hat sie etwa alle zwei Jahre einen Mittelalterroman veröffentlicht, die alle Beststeller geworden und in viele Sprachen übersetzt sind. 2006 erhielt sie für ihren Roman "Die Hüter der Rose" den Sir Walter Scott-Preis. Rebecca Gablé lebt mit ihrem Mann unweit von Mönchengladbach auf dem Land. Wenn sie nicht gerade einen Roman schreibt, reist sie gern und viel, oft auch zu Recherchezwecken. Ihre liebste Freizeitbeschäftigung ist natürlich das Lesen. Aber sie hört auch gern Musik, spielt Klavier und singt gelegentlich in einer Rockband.
London 1529: Nach dem Tod seines Vaters erbt der vierzehnjährige Nick of Waringham eine heruntergewirtschaftete Baronie – und den unversöhnlichen Groll des Königs Henry VIII. Dieser will sich von der katholischen Kirche lossagen, um sich von der Königin scheiden zu lassen. Bald sind die „Papisten“, unter ihnen auch Henrys Tochter Mary, ihres Lebens nicht mehr sicher. Doch in den Wirren der Reformation setzen die Engländer ihre Hoffnungen auf Mary, und Nick schmiedet einen waghalsigen Plan, um die Prinzessin vor ihrem größten Feind zu beschützen: ihrem eigenen Vater.
Wer historische Romane liebt, kann an dem neuesten Werk von Rebecca Gablé nicht vorbeigehen. Die Fakten und die romanhaften Erzählungen werden in besonders guter Weise aufbereitet und miteinander in Verbindung gebracht. Leben, Arbeit und gesellschaftliche Betrachtung der Zeit von 1524 bis 1540 werden brillant vorgestellt. Dabei betrachtet sie nicht nur die gesellschaftliche Oberschicht von Königin und Lords, sondern auch das einfache Volk in ihrer gesellschaftlichen Stellung nicht vergessen. Einfach gut! (schw.)
Rebecca Gablé: Der dunkle Thron, historischer Roman, Bastei Lübbe, Hardcover, 955 Seiten, ISBN: 978-3-431-03840-8, € 24,99
Buch, Cover & Foto: Lübbe Verlag, Köln
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