Alle Artikel von Stephan Schwammel

Marc Douglas-Home: Sea Detective: „Ein Grab in den Wellen“

Ein Grab in den WellenCal Mc Gill, Eigenbrötler, Umweltschützer und Meeresbiologe versucht anhand der Untersuchung von Meeresströmen per Computer die Route von Gegenständen im Wasser zu verfolgen, um Umweltsündern auf die Spur zu kommen.Doch es werden nicht nur Gegenstände und Öl, sondern auch Leichenteile angeschwemmt. Obwohl er bei der Recherche seiner eigenen Vorfahren/Geschichte viele Ungereimtheiten entdeckt, bei der Aufklärung mit der Polizei sich in Konflikten verstrickt, erkennt eine junge Polizisten Helen Jarmieson sein Potential. Gemeinsam versuchen sie die Herkunft der angeschwemmten Leichenteile herauszufinden. Dabei stoßen sie auf ein Netz von Korruption, Missbrauch, Ausbeutung und Menschenhandel.

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Anne Holt : Ein kalter Fall

Wenn eine Krimiautorin einen Background hat wie Anne Holt, darf man gespannt sein, was sie liefert. Anne Holt ehemals Polizeipräsidentin von Oslo und kurzzeitig Innenministerin von Norwegen verpackt die gegenwärtig vorkommenden Bombenanschläge in eine spannende Handlung. Dabei schildert sie Polizeiarbeit wie sie oft in europäischen Ländern vorkommt. Sie hat auch einen Blick auf die üblen politischen Spiele die manchmal mit solchen Attentaten verbunden sind. Der Blick der Leserschft wird durch diesen Kriminalroman auch geschärft, was die Beurteilung von Attentaten betrifft. Es wird hinterfragt welche Gründe für Attentate bestehen um dann auf Täter zu schließen. Mit Hanne Wilhelmsen ud ihrem Atlatus sind zwei besondere Persönlichkeiten am Werk.

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Andreas Brandhorst: Omni

OmniMit Omni fängt der deutsche SiFi Autor eine neue Serie an, die uns manchmal zehntausende Lichtjahre durch das Weltall befördert. Dabei entwickelt der Autor wunderbare Gesellschaften und Figuren, die immer in spannende Abenteuer verwickelt sind. Omni ist ein Wesen oder eine Gesellschaft die eine außerordentliche Kontrolle über das Weltalls ausübt. Der Weltraumagent Forrester und seine Tochter sind die Hauptdarsteller in diesem Werk und sollen im nächsten Buch des Autors „Das Arkonadia-Rätsel« wieder spannende Abenteuer erleben.

 

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Ulrike Ladnar: Frankfurter Szenen

Frankfurter SzenenWährend des Ersten Weltkriegs machte die Frankfurter Theaterszene besonders durch die Inszenierung expressionistischer Werke auf sich aufmerksam. Im Fokus standen um 1917 vor allem Anti-Kriegs-Dramen, die unter anderem auch die Kriegsmüdigkeit und die gesellschaftlichen Einschränkungen widerspiegelten. In diese Zeit siedelt die Autorin Ulrike Ladnar ihren neuen historischen Roman »Frankfurter Szenen« an. Dabei bring sie eine Menge Fakten hervor, die selbst alten Frankfurtern nicht sehr geläufig sind. Eine echte Zeitreise bei der man hautnah spürt, wie die Atmosphäre im Kriegsgebeutelten Frankfurt war. Die Endzeitstimmung des Krieges mit seine Gefallenen, psychisch wie physisch gebrochen Menschen wird sehr deutlich.

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Nikolaus Wachsmann: KL Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager

KL Die GeschichteEin Standartwerk zu diesem Thema meint Sir Richard Evans. Dem kann sich die Redaktion nur anschließen. Wenn es um Ordnung geht scheinen wir Deutschen führend zu sein. Auch in diesem zutiefst unmoralischen Zustand der Kasernierung von Menschen um diese durch Ausbeutung zu vernichten, haben Bürokraten ein System entwickelt dass unglaublich erscheint. Es ist ein monumentales Werk, dass als Literaturhinweis über 260 Seiten im Anhang aufführt. Wachsmann hat die monumentale Geschichte der Konzentrationslager von 1933 bis zu deren Auflösung 1945 recherschiert. Täter und Opfer werden von der jeweiligen Perspektive geschildert. Ein Werk das erschüttert und warnt.

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Matthew Quirk: Die Direktive

Bl_TB_Quirk_Die Direktive.inddEin echter Handwerker dieser Mike Ford, der Protagonist des Autors Matthew Quirk. Einer der aus einer Gangster Dynastie stammt und nun bürgerlich geworden, aus diesem Milieu herausgerissen wird. Gott sei Dank hat er die früher erlernten Fähigkeiten nicht verlernt und kann das alte Netzwerk seines Vaters nutzen. Krimiunterhaltung mit einem echten Helden der mit allen Wassern gewaschen ist.

 

 

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Alex Beer: Der Zweite Reiter, Ein Fall für August Emmerich

Der 2. ReiterDie Autorin hat Ihrem Buch einen Satz von Martin Kessel vorangestellt: „Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer.“ Diese Opfer sind ausgemergelte sprichwörtlich am Hungertuch nagende Menschen. In Mietskasernen hausende, sich zu 30st eine Toilette teilende Menschen, schildert das sehr bemerkenswerte Buch. Dazwischen ein Polizeiagent der auch verletzt dem Krieg entronnen, sich mit der Wiener Unterwelt auseinandersetzen muss. Die Autorin hat sich an den real existierenden Schauplätzen und historischen Gegebenheiten orientiert. Der Roman ist in einer Reihe der Sozialromane wie früher Dostojewski und andere russische Erzähler, zu sehen.

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Björn Larsson: Long John Silver

Long John SilverWer Seefahrergeschichten liebt, wird dieses Buch sehr mögen. Es schildet das Leben auf See und die Lebenssituationen den Seeleute. Die Teerjacken hatten nicht viel zu lachen. Skrupellose Kapitäne, Schiffseigner beuteten die Matrosen bis aufs Blut aus. Mit Sklavenschiffen häuften sie ungeheure Vermögen an. Das da die Hälfte der Sklaven und ein Drittel der Besatzung bei der Überfahrt über Bord, oder wie es im Buch heißt: die Segel strichen, wurde in Kauf genommen. Meuterei war da ein probates Mittel aus diesem Kreislauf auszusteigen. All dies alles schildert Larson sehr deutlich am „Lebenslauf“ von Long John Silver.

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Rebecca Gablé: Die fremde Königin, Historischer Roman

Die fremde KöniginWieder einmal versteht es die Autorin das Mittelalter lebendig werden zu lassen. Spannend wird die Leserschaft an die Königspfalzen von Otto I versetzt und sieht zu wie Intrigen gesponnen, Eide gebrochen und zarte Bande geflochten werden. Otto I hatte viele Geschwister und Halbgeschwister sowie viele unehelich gezeugte Kinder der Königsfamilie, sogenannte Bastarde. Einer davon ist er Protagonist Gaidemar, der viele Abenteuer und Schlachten erleben muss. Der Roman zeigt aber auch auf, dass es schon im Mittelalter so etwas wie ein Europa der Vielfalt gab.

 

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Wolfgang Kleinert (Hrsg.), Dieter Schwalm (Hrsg.), Diverse: Unheilige Bilder

unheilige Bilder1517 hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchentür in Witteberg genagelt. Die 500 Jahre Reformation in Deutschland werden nicht nur mit einem extra Feiertag begangen, das Reformationsjahr wird mit Ausstellungen und einer Vielzahl von Buchveröffentlichungen zum Thema begleitet. Dieses hier ist das lustigste Buch zum Thema: Unheilige Bilder – Cartoons zu Kirche und Religion. Manchen Menschen mag bei diesen Bildern ja die Spucke wegbleiben, aber lustig ist das schon.

Lappan Verlag, 168 Seiten: ISBN 978-3-830-33463-7,€ 9,99