Alle Artikel von Stephan Schwammel

Deon Meyer: Fever

Ein Postapokalyptischer Roman, der mich an den Film mit Will Smith „I am a Legend“ erinnert. Die Welt wie wir sie kennen ist durch ein Fieber von Milliarden von Menschen entvölkert. Wenige haben überlebt. Nico u. sein Vater gehören dazu und sind auf dem Weg durch Südafrika um nach einer neuen Heimstatt zu suchen. Sie erleben viele Abenteuer und stoßen auf eine gewandelte Natur und auf Menschen die sich von den Nahrungsmittelresten in verlassenen Supermärkten und von Farmern die überlebt haben. Die werden ausgeplündert. Es ist ein Kampf ums Überleben mit allen Mitteln. Meyer entwickelt einen Roman der am Schluss eine wichtige Frage zur Ökologie aufwirft.

 

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Petra Reski: Bei aller Liebe, Serena Vitales dritter Fall

Wenn Petra Reski einen Kriminalroman schreibt, dann packt sie investigative Reschercheergebnisse in ihre Bücher. Sie ist mit ihren Büchern eine ständige Mahnerin vor der Krake Mafia. Da die Mafia auch in der Bundesrepublik Deutschland nicht nur einen Rückzugsraum hat, sondern auch große finanzielle Investitionen tätigt, ist höchste Wachsamkeit geboten. In ihrem neuesten Werk beleuchtet sie die Geschäfte der Mafia mit der „Flüchtlingskriese“. Es ist erstaunliches was sie damit ans Tageslicht bringt.

 

 

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Almut Hielscher, Uta König: Mord am Waterberg

Das Buch ist ein gutes Beispiel dafür, was man alles in einem guten Kriminalroman unterbringen kann. In diesem Werk wird der Völkermord des Deutschen Reiches an den Herreo problematisiert und als Hintergrund für einen Mordfall an einer Deutschen Entwicklungshelferin genutzt. Viele Fakten, die Lebensweise der Herrero und die politische Situation in Namibia fließen in die spannende Geschichte ein. Als Anhang wird die Verbundenheit Deutschlands zu Namibia in chronologischer Weise aufgeführt.

 

 

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Petra Morsbach: Justizpalast Roman

Justizpalast von Petra Morsbach

Keiner hat gerne etwas mit der Justiz zu tun. Denn wer Gerechtigkeit erwartet bekommt Recht. Wie immer das dann aussieht. Was oder wer steckt hinter dem Begriff Justiz. Recht wird von Menschen gesprochen. Wie geht man mit den Menschen im Justitzapparat um. Das hat die Autorin in eine Sprache gegossen die wie Justiz etwas verstaubt, manchmal staubtrocken, ironisch und sehr erhellend ist. Vergessen Sie amerikanische Justizthriller. Morsbach bringt deutsche Justizrealität auf den Punkt, auch wenn es manchmal echt wehtut. Beispiele aus dem Leben und das ist in seiner Vielfalt, einfach unnachahmlich, werden Schlag auf Schlag serviert. Wer sich in deutschen Beamtenstuben auskennt, kann vieles nachvollziehen.

 

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Viet Thanh Nguyen: Der Sympathisant

Ein Spionageroman der durch seine Vielschichtigkeit brilliert. Zum Einen schildert er die Zerrissenheit des Protagonisten zwischen den Kulturen. Der vietnamesische Spion ist das Produkt eines Amerikanischen Pastors und einer vietnamesischen Haushälterin. Als Kommunist im Dienste der vietnamesischen Befreiungsfront und als agierender Hauptman der südvietnamesischen Sicherheitskräfte dient er zwei Herren. Der Autor legt aber in diesem Roman die Grausamkeiten des Vietnamkriegs in seiner Endphase offen. Der Spion geht auch seiner Tätigkeit in den USA nach, als sein Vorgesetzter, der General, mit der letzten Maschine aus Saigon ausgeflogen wird. Das Buch ist ein Meisterwerk weil es in die Tiefen der menschlichen Psyche eindringt und sie schonungslos offen legt.

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Dieter Aurass: Frankfurter Blutspur

Ein schnörkelloser Krimi von einem der es wissen muss. Durch seine langjährigen Erfahrungen in der Polizei Weiß der Autor wie Ermittlungsarbeit aussieht. Mit seinem Leiter der 2. Frankfurter Mordkommission, einem an dem Asperger Syndrom erkrankten Psychologen, hat er eine Figur erschaffen, die es in sich hat. Auch Mitglieder seines Teams nehmen, neben der Ermittlungsarbeit in ihren Gefühlen, einen breiten Raum ein. Das Thema Prostitution und deren Ermordung hat in Frankfurt eine lange unschöne Historie. Der Autor Aurass ist da atmosphärisch dicht dran.

 

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Wesley Chu: Die Leben des Tao

Action, Abenteuer und Aliens – Wesley Chus SF-Thriller ›Die Leben des Tao‹ ist der Auftakt einer Trilogie, in der sich ein durchschnittlicher Nerd zum Top-Geheimagenten mausert. Si-Fi mit voller Action und intelligenten Dialogen. Ein Alien das schon in vielen Köpfen von Menschen gesessen hat, wie z.B. Dschingis Kahn, besitzt viel Erfahrung im Kampf und für das Leben an sich. Der Wirt den sich der Alien Tao ausgesucht hat entspricht nicht den Vorstellungen eines Kämpfers, er muss sich aber dem Gegenspieler von Tao, einem ausgebildeten Kämpfer mit einem genauso ausgefuchstem Alien stellen.

 

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Dirk Husemann: Die Eispiraten, Historischer Roman

Wer hätte das gedacht, dass schon um 830 n.Chr. Nordmänner das Mare Nostrum, das Mittelmeer, befahren hätten und mit ihren schnellen Schiffen den Handel mit Eis vom Ätna betrieben. Diese und viele andere Informationen eingepackt in eine spannende Rahmenhandlung, die auch das frühere Alexandria einschließt, beinhaltet das Werk von Dirk Husemann. Venedig, das an Anfang seiner glänzenden Geschichte steht war damals ein Konglomerat aus kleinen Inselchen wobei Rivo Alto die Höchstgelegene war. Heute bekannt unter dem Namen Rialto. Von hier aus geht die Reise übers Mittelmeer. Spannend.

 

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Jan Zweyer: Das Haus der grauen Mönche – Im Dienst der Hanse

Mit Band 3 der dreiteiligen Mittelaltersaga ›Das Haus der grauen Mönche‹ Band 1: Das Mündel, Band 2: Freund und Feind, rundet der Autor seine Trilogie ab. Was zunächst wie ein Regioroman aussah entpuppt sich über die drei Bände zu einem breiten Spektrum des Mittelalters in Deutschland. Zweyer, der der Redaktion schon durch die historischen Kriminalromane Franzosenliebchen u. Goldfasan, die Bände berichten romanhaft über das durch die Franzosen besetzte Ruhrgebiet, erzählt die Geschichte eines jungen Mannes der von Hattingen über das Erzgebirge nach Lübeck reist. Hierbei werden die verschiedensten Aspekte des Mittelalters von Kirche über Bergbau und Handel angesprochen. Drei Romane, spannend, lehrreich und unterhaltsam.

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Veit Heinichen: Scherbengericht, Commissario Laurenti vergeht der Appetit; Extra: Ein Gespräch mit Commissario Laurenti

Der Wahltriestiner Heinichen beschreibt in seiner unnachahmlichen Art die Zustände in seiner Heimat. Nach einem mysteriösen Todessturz kommt die Kriminalgeschichte in Fahrt, die über 50 Jahre zurückliegt. Dabei erzählt uns Heinichen die sehr wechselvolle Geschichte Triests. Mancher Triester wird sie so nicht kennen. Heinichen schrappt dabei nicht an der Oberfläche, er geht tief in die korrupten Strukturen der italienischen Gesellschaft und der Triests im Speziellen. Natürlich klammert der Autor die regionale Küche des Gebiets vom Karst zum Mittelmeer nicht aus, sodass dem Leser das Wasser im Mund zusammen läuft.

 

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