Nichts weniger als ein Wunder, Markus Zusak

Nichts weniger als ein Wunder ist tief und berührend, wie es schon die Bücherdiebin war. Die Geschichte einer Familie, die durch Tod und Trauer zerbricht und von denen nur fünf Brüder übrig bleiben. Einer von ihnen ist Clay, der beschließ für sich, seinen Vater und seiner Brüder eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, die die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft und die Trauer der Familie heilen soll. Auch wenn es ihm nur schwer gelingt, diese Brücke zu bauen, so wird allein der Vorsatz es zu tun, jeden seiner Brüder berühren und für immer verändern.

Sprachgewaltig, traurig, wunderschön und hoffnungsvoll, eben Zusak!

Der Bestsellerautor Markus Zusak hat sechs Romane geschrieben, darunter »Die Bücherdiebin« und »Der Joker«. Seine von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierten Bücher sind in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Sydney.

Fotocopyright: Hugh Stewart

 

Im Original heißt das Buch „Bridge of Clay“, was ein großartiges Wortspiel ist. Denn es bedeutet nicht nur „Brücke aus Ton“, es ist auch der Bruder namens Clay, der diese Brücke bauen will. Somit wird die Brück zum Sinnbild von Clay und am Ende für seine ganze Familie.

Nach dem Tod ihrer geliebten Mutter Penelope bricht ihr Vater Michael Dunbar Schritt für Schritt zusammen. Anstatt seinen fünf Söhnen in ihrer Trauer beizustehen, löste sich der Vater irgendwie in seine Bestandteile auf. Bis zu der Nacht, in der er seine Kinder einfach verlässt und sie sich damit selbst überlässt.

„Da waren wir nur noch zu fünft.

Wir träumten in unseren Zimmern und schliefen.

Wir waren Jungen, und wir waren wundersam.

Wir lagen da, lebendig und atmend –

Denn das war die Nacht, in der er uns umbrachte.

Er hatte uns im Schlaf ermordet.“

Die Jahre vergehen in dem Kinderhaushalt, aus kleinen Jungen werden Teenager und es regiert das Chaos. Jeder der Dunbar-Jungs findet einen eigenen Weg mit der Trauer umzugehen, jeder von ihnen quält sich auf seine ganz eigene Weise, um Penny Dunbar nicht zu vergessen. Jedoch beflissentlich darauf achtend, nicht an sie zu denken, denn der Schmerz ist zu gegenwärtig. Der Vater wurde zur Unperson ernannt, und als er eines Tages nach Jahren wiederkehrt, ist es Clay, der eine Brücke zu ihm aufbaut, und sich dann bereit erklärt eine Brücke mit ihm zu bauen.

Es ist eine wunderbare Geschichte von fünf Jungen, die überleben, weil sie sich haben. Einer jungen Frau aus dem Ostblock, die als Penelope Lesciuzko geboren, als Fehlervogel Klavier spielen lernte, als Bruchnasenbraut heiratete und als Mutter von fünf Kindern als Penny Dunbar stirbt.

Ein Märchen, brutal, schön und voller Tiefe, indem es um Familie, Hoffnung und Blutsbande geht. Markus Zusak schafft es immer wieder, einem mit seinen Büchern die Tränen in die Augen zu treiben.

Nichts weniger als ein Wunder, Markus Zusak, Limes Verlag, gebundene Ausgabe, 632 Seiten, ISBN 978-3-8090-2706-5, Euro 22,00.

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