Nürnberg Menschheitsverbrechen vor Gericht 1945, Thomas Darnstädt

Ein erschütternder Teil unserer Geschichte, der hier von der juristischen Seite beleuchtet wird. Denn die Tatsache, dass Kriegsverlierer das erste Mal vor einem Gericht abgeurteilt wurden, hat die Welt verändert. Zitat: „Si vis pacem, para bellum, hieß es zweitausend Jahre auf der Welt: Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor. Nürnberg hat etwas anderes gelehrt: Wenn du den Frieden willst, musst du den Frieden vorbereiten.“

Thomas Darnstädt bearbeitet in seinem Buch nicht nur den langwierigen, schwierigen Prozess in Nürnberg. Er erklärt auch, wie durch dieses neue juristische Verfahren ein Völkerrecht und der Internationale Gerichtshof in Den Haag aus der Wiege gehoben wurden. Großartiges Buch, das keine Sekunde langweilig wird und viele Fragen zur Entwicklung des Völkerrechts beantwortet.

Thomas Darnstäd
Foto: Manfred Witt

Thomas Darnstädt, Dr. jur., geboren im Jahre des Grundgesetzes 1949, ist Jurist und Journalist mit den Schwerpunkten Verfassungsrecht, Polizeirecht und internationales Recht. Jahrzehntelang schrieb er im Spiegel über Rechtspolitik, Demokratie und das Grundgesetz. Er ist Autor mehrerer staatsrechtlicher Bücher, zuletzt erschien bei Piper „Nürnberg. Menschheitsverbrechen vor Gericht 1945“. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg.

 

Um diesem Buch mit einer Rezension gerecht zu werden, lass ich hier lieber den Autoren selbst reden. Zitat von Seite 11:

„Frieden durch Recht. Die Idee entstand als Reaktion auf den Krieg, wie es ihn nie wiedergeben durfte, könnte im Zeitalter allgegenwärtiger Kriege Erlösung bringen. Internationale Strafgerichtshöfe nach dem Muster des Nürnberger Internationalen Militärtribunals sind in den letzten Jahren an zahlreichen Orten gegründet worden. Sollte in den alten Akten aus Nürnberg tatsächlich das Rezept für den Frieden der Zukunft liegen?

Vieles spricht dafür. Auch im 21. Jahrhundert ist Gewalt zwischen den Völkern, kriegerische Gewalt, noch immer ein Mittel der Politik. Doch sie ist zum Mittel ohne Zweck geworden. Gewalt löst keine Probleme. Siegen allein genügt nicht. Wenn du den Frieden willst, musst du den Frieden vorbereiten. Wenn die Waffen schweigen, geht die Arbeit erst los. Nicht nur die Trümmer, Hass und Angst, Misstrauen und der Wunsch nach Vergeltung müssen Stein für Stein abgeräumt werden. Demokratie und Toleranz müssen gesät werden, wo Unterdrückung und Fanatismus in Gewalt mündeten. So wie damals, 1945, in Deutschland.“

So machte sich der Autor auf in die deutschen Archive, um die fast ein halbes Jahrhundert unberührten Dokumente über das Weltgericht von Nürnberg zu sichten. Mit seinem Wunsch zu lernen, wie man Frieden macht, von den Ideen Robert H. Jacksons, dem Mann, der die „Nürnberger Prinzipien“ geprägt hat.

Ein hervorragendes Buch für jeden dem Demokratie, Völkerrecht, Frieden und Geschichte am Herzen liegt.

Nürnberg Menschheitsverbrechen vor Gericht 1945, Thomas Darnstädt, Piper Verlag, gebundene Ausgabe, 416 Seiten, ISBN 978-3-492-05684-7, Euro 24,99.

 

 

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