Wir waren doch mal Feministinnen, Vom Riot Grrrl zum Covergirl. Der Ausverkauf einer politischen Bewegung, Andi Zeisler

Feminismus scheint über das Fernsehen, Film und den sozialen Netzwerken in aller Munde zu sein. VIPs schreiben sich das Wort Feminismus genauso auf ihr Image, wie es auf Unterhosen und T-Shirts gedruckt wird. Doch warum, wofür. Ob jemand wirklich den Feminismus öffentlich lobt oder nur für sich vereinnahmt, lässt sich nur sehr schwer unterscheiden. Wenn eine ernste politische Bewegung für das Geldverdienen vereinnahmt wird, tut es dann der Sache an sich noch gut?

Darum geht es der Autorin, Andi Zeisler in ihrem ganz hervorragenden Buch. Hier wurde vieles ausgesprochen, was schon viel länger hätte gesagt werden müssen. Für alle Feministen, ob Frau oder Mann wird dieses Buch ein weiterer Augenöffner sein. Für alle Leser, die sich noch nie wirklich mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt haben, ist dieses Buch ein guter Grund damit zu beginnen. Brillant, interessant und eine bemerkenswerte Recherche, gratuliere Frau Zeisler!

Andi Zeisler ist Autorin, Publizistin und Kritikerin mit Schwerpunkt Feminismus und Popkultur. Sie ist Mitbegründerin von Bitch Media, einem feministischen Non-Profit-Medienprojekt, zu dessen Publikation das Magazin Bitch gehört. Andi Zeisler lebt in Portland um US-Bundesstaat Oregon.

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Es ist ein intelligentes, fast ein bisschen wissenschaftliches Werk, das sich mit einem der wichtigsten Themen der Welt beschäftigt. Doch es geht nicht um die Kernfrage des Feminismus, es untersucht, wie Feminismus heutzutage ausverkauft wird.

Mittlerweile wissen wir alle, dass Werbung nur dazu da ist, um zu verkaufen und den Konzernen Gewinn zu bringen. Dass die meisten Promis sich mit Spendenaktionen und einem Gut-Mensch-Image Aufsehen und Rampenlicht erhoffen. Und um das zu erreichen, ist anscheinend jedem, jedes Mittel recht.

Darum wird auch vor dem Feminismus nicht halt gemacht. Er wird zu einer Marke für Konzerne, für das Fernsehen, den Film und nicht zuletzt für Menschen die im Visier der Öffentlichkeit stehen. Die Autorin versucht abzuwägen, ob dieser Ausverkauf, diese fast Vergewaltigung des Feminismus noch zuträglich ist für die Bewegung oder schon ins Gegenteil schlägt.

Zitat:

„… Der Marktfeminismus oder Rassismus unterstellt, wir könnten völlig unbelastet sein, frei von Sexismus und Rassismus, der das Leben derer vor uns geprägt hat.

Wir sollen glauben, dass es nichts mit unserem Geschlecht zu tun hat, wenn wir in der Schule, auf der Arbeit, in Beziehungen und in Führungspositionen an Grenzen stoßen, sondern mit persönlichen Problemen, die sich mit einem besseren Selbstwertgefühl, mehr Zuversicht und lebenslangem Training LÖSEN LASSEN.“

Und genau diese Aussage ist nicht, was der Feminismus in die Köpfe der Menschen hinein bekommen möchte, die immer noch verblendet das Patriarchat lobpreisen.

Wir waren doch mal Feministinnen, Andi Zeisler, Rotpunkt Verlag, 297 Seiten, ISBN 978-3-85869-726-4, Euro 25,00.

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