Frisch hapeziert, Hape Kerkeling

Wie jetzt? War ich so selten beim Zahnarzt? Entging es mir wirklich, dass Hape Kerkeling ein Jahr die Gala Kolumne schrieb? Er tat es und dieses Buch ist die Zusammenfassung! Gala sagt von sich selbst, dass es ein Magazin über Stars, Fashion und die besten Promi-News ist. Also ziemlich sinnfrei müsste man meinen, denn sonst würde man das auch nicht beim Zahnarzt finden. Bei der Angst in den Wartezimmern kann man etwas Komplizierteres gar nicht aufnehmen. Aber wieso jetzt Hape bei Gala, der hat doch bewiesen, dass er mit Büchern wie „Der Junge muss an die frische Luft“, nicht nur IQ, sondern auch mehr als nur ein charmantes Einfühlvermögen hat. Aber Hape Kerkeling ist nun einmal ein Tausendsassa! Seine Kolumne bei Gala und damit dieses Buch sind wieder einmal ein Knaller. Witzig, authentisch und herrlich abgedreht. Ich empfehle für einen Nachmittag zum Schmunzeln, laut Lachen und einfach nur dem Spaß an der Freud: Frisch hapeziert! Sie werden es lieben, aber stellen Sie sich ein Eierlikörchen daneben.

Hape (eigentlich Hans-Peter) Kerkeling, geboren 1964 in Recklinghausen, spricht Spanisch, Italienisch, Französisch, Englisch und Holländisch, was ihm bei der Verständigung auf dem Jakobsweg oft zugute kam. Er arbeitet seit 1984 beim Fernsehen; berühmt wurde er mit der Rolle »Hannilein«. Seitdem folgte eine Vielzahl erfolgreicher Live-Auftritte sowie TV-Shows und -Serien wie »Känguru«, »Total Normal«, »Hape trifft« und »Let’s Dance«, als Königin Beatrix, Uschi Blum oder Horst Schlämmer. Der Entertainer, Schlagersänger, Moderator und Kabarettist wurde u.a. mit der Goldenen Kamera, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. »Ich bin dann mal weg« stand 100 Wochen auf Platz 1 der Bestsellerliste und hat fast fünf Millionen Leser erreicht. Hape Kerkeling lebt in Berlin und Italien. Zuletzt erschien »Der Junge muss an die frische Luft«.

Er ist einfach zu gut, ein zu guter Beobachter, um daneben zu greifen. Und bei seinen liebevoll ironischen Kommentaren völlig ehrlich. Hape Kerkeling! Mittlerweile glaube ich, dass man dem Jung aus Recklinghausen alles geben kann, er macht das Beste daraus. Selbst eine Kolumne bei Gala. Irgendwie schafft er es nie, jemanden konkret zu beleidigen. Das konnte er noch nicht einmal, als er am Anfang seiner Karriere als Königin Beatrix bei Richard von Weizsäcker auftauchte. Man schmunzelte auf beiden Seiten der Grenze (damals noch) und ließ den witzigen Entertainer ruhig machen. So ist es auch mit seiner Kolumne. Anstatt seine Promis und Royals so richtig durch den Kakao zu ziehen, lässt er sich und seiner zweitbeste Freundin Gudrun freien Lauf bei den Gedanken über die VIPs. Was beim Leser allerdings zu Begeisterungsglucksen führt. Ob er nun seinen Kolumnengruß, „ich drücke Sie“, mit „je vous presse“ übersetzt oder die Einfachheit der italienischen Sprache an dem Wort „Kartoffelsalat“ beweist, Hape trifft es.

Auch wenn seine zweitbeste Freundin Gudrun als Glückskeks-Autorin den philosophischen Satz, „lerne zu schweigen und du merkst, wie viel Müll du redest“, schuf, so hoffe ich, Herr Kerkeling hat noch viel zu sagen und zu schreiben. Weiter so Schätzelein, ich habe mich königlich amüsiert!

Frisch hapeziert, Hape Kerkeling, Piper Taschenbuch, 176 Seiten, ISBN 978-3-492-31434-3, Euro 11,00.

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