Giancarlo De Cataldo: Der Vater und der Fremde

Ein einfühlsamer Roman der anders ist als das was man von DeCataldo erwartet. Er bschäftigt sich mit einer Männerfreundschaft von ganz unterschiedlichen Typen Mann. Der Eine Büromensch, der Andere, Macher, undurchsichtig scheinbar vermögend und geschmeidig. Beide vereint die Liebe zu ihren schwerstbehinderten Söhnen. Sie warten vor der Physiotherapie um die Söhne abzuholen. Dabei kommen sie sich näher und der Büromensch taucht in die undurchsichtigen sozialen Beziehungen des orientalischen Geschäftsmannes ein.

Giancarlo DeCataldo

Giancarlo De Cataldo ist Italienischer Bestsellerautor, geboren 1956 in Taranto; lebt und arbeitet als Richter am Berufungsgericht in Rom. Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen und Drehbücher für Film und Fernsehen; ständiger Mitarbeiter bedeutender italienischer Tageszeitungen und Magazine; Herausgeber von Krimianthologien, auf Deutsch: Ich weiß um deine dunkle Seele (2006); Denn dein ist das Böse (2009).

Die drei im Folio Verlag erschienenen Thriller Romanzo Criminale (2010), Schmutzige Hände (2011) und Der König von Rom (2013) sowie der gemeinsam mit Mimmo Rafele verfasste Roman Zeit der Wut (2012) wurden im jeweiligen Erscheinungsjahr auf die renommierte KrimiZEIT-Bestenliste von Zeit, Arte und Nordwestradio gewählt und konnten sich teilweise drei Monate in Folge darauf halten.

Von einer Freundschaft inmitten krimineller Clans – eine atemberaubende Spystory im Zwielicht Roms. Wer ist Walid? Ist er der liebevolle Vater des kleinen, behinderten Yusuf, dem der Justizbeamte Diego im Therapiezentrum begegnet, wohin auch er seinen Sohn Giacomo regelmäßig begleitet? Ist er der strahlende, millionenschwere orientalische Geschäftsmann? Oder doch ein Drahtzieher, verwickelt in dubiose Machenschaften verschiedener Clans aus dem Nahen Osten? Diego ist fasziniert von diesem Mann und dessen bedingungsloser Freundschaft zu ihm, die sein Leben verändert und ihn eintauchen lässt in ein unbekanntes Rom mit türkischen Dampfbädern, prunkvollen orientalischen Feiern und mysteriösen Frauengestalten. Als Walid plötzlich verschwindet, findet sich Diego zwischen zwei Staatspolizisten wieder.

Berührend und spannend. Die Gefühlswelt von Männern aus unterschiedlichen Kulturkrisen wird intensiv betrachtet. Großartig erzählt.

Giancarlo De Cataldo: Der Vater und der Fremde, Folioverlag, aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl, Gebunden 159 S., ISBN 978-3-85256-718-1, € 20,–

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