Die Treibjagd, Antonin Varenne

Großartige französische Literatur, Antonin Varenne kann es mit Autorenkollegen wie Jean-Christophe Grangé aufnehmen.

Mitten im Massif Central liegt R., eine kleine Stadt, die seit Generationen von zwei rivalisierenden Familien beherrscht wird. Will man sein Auskommen dort haben, muss man sich entscheiden, entweder für die Courbiers, die den hiesigen Holzhandel in der Hand haben oder für die Messenet, Vieh und Getreidehändler. Anscheinend gibt es außer der Gruppe Sinti, die dort leben nur einen neutralen Mann. Rémi Parrot, der entstellte Revierjäger, der sein kleines Grundstück mit Holzhütte genau zwischen dem Land der verfeindeten Familien hat. Als sein Kollege Philippe, nach einer handfesten Auseinandersetzung mit Courbier plötzlich verschwindet, stellt Rémi seine eigenen Nachforschungen an. Man findet Philippes Leiche in einem alten Stollen, und weil Rémi nicht locker lässt, schießt man auf ihn. Doch dadurch lässt er sich nicht stoppen, genauso wenig wie bei seiner Liebe zu der schönen Michèle Messenet. Damit macht er sich sowohl die Messenets als auch die Courbiers zu Todfeinden.

Antonin Varenne, geboren 1973, studierte Philosophie in Paris. Er war Hochhauskletterer und Zimmermann, arbeitet in Island, Mexiko und in den USA, wo er seinen ersten Roman schrieb. Seine Werke wurden mit den wichtigsten französischen Krimipreisen ausgezeichnet.

Fotocopyright: Richard Dumas

 

 

Rémi Parrot ist erst fünfzehn, als die Großfamilien der Courbiers und Messenets den Hof seines Vaters zu Grunde richten wollen, um selbst das Land zu übernehmen. Er ist verliebt in Michèle Messenet, die die Gegend unbedingt verlassen will, doch die Frage stellt sich Rémi nicht, denn er kann seine Familie mit dem Hof nicht alleine lassen. Rémi wäre in die Fußstapfen seines Vaters getreten und Bauer geworden, hätte nicht die gebrochene Antriebswelle des Traktors seinen halben Kopf zerschmettert.

Zwanzig Jahre später ist er Revierjäger und lebt auf dem letzten kleinen Stück Land seines Vaters, dem Terre Noire, genau zwischen dem Wald der Courbiers und den Weiden der Messenets. Er scheint der Einzige im Dorf zu sein, der diesen Familien die Stirn bietet, was damit zu tun hat, dass er durch die zahlreichen Operationen und auch die Entstellung seines Gesichts ein Mann mit anderen Prinzipien geworden ist. Als plötzlich seine alte Liebe Michèle wieder zurück in das Dorf kommt, sein Kollege Philippe ermordet wird und jemand bei einer Treibjagd versucht ihn selbst zu töten, nimmt Rémi die Sache selbst in die Hand. Ohne Rücksicht auf Verluste jagt er die Mörder und stößt dabei auf das unglaubliche Geheimnis der Courbiers und Messenets. Da die Polizei anscheinend nichts unternimmt, beginnt Rémi seinen eigenen Rachefeldzug, für sich aber auch für seine alte Liebe Michèle.

Ein unglaublich spannender Krimi, der bis fast zur letzten Seite seine Geheimnisse für sich behält. Aber nicht nur die Geschichte an sich, auch die Sprache, die dieser außergewöhnliche Autor benutzt, ist einfach nur großartig.

Die Treibjagd, Antonin Varenne, Penguin Verlag, Taschenbuch, 302 Seiten, ISBN 978-3-328-10156-7, Euro 10,00.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.