Fiona, als ich tot war, Harry Bingham

Was ein Thriller-Debüt! Harry Bingham hat nicht nur eine unglaublich spannende Geschichte zu erzählen, auch die Art und Weise, wie er das macht ist einfach genial. Ein Thriller, den man nicht aus der Hand legt, bis die letzte Seite gelesen ist. Fiona Griffin hat die Undercover-Ausbildung bei der Polizei als Beste bestanden und wartet nur darauf, ihre Fähigkeiten einsetzen zu können. Als sie dann die Chance bekommt einen Unterschlagungsfall bei einer Versicherung zu untersuchen, und dort als Buchhalterin eingeschleust wird, ahnt noch niemand, wie unglaublich groß dieses Verbrechen angelegt ist. Undercover ist Fiona nicht zu schlagen, denn sie identifiziert sich zu hundert Prozent mit den Figuren, die sie spielt. Ob als Buchhalterin oder als Putzfrau sie lebt diese Personen und plötzlich ist sie Mittäterin und einer ganz großen Sache auf der Spur.

Harry Bingham stammt aus Wales. Er hat in Oxford Politik und Wirtschaft studiert, sich danach mit dem ökonomischen Wiederaufbau Osteuropas beschäftigt und schließlich seine Karriere bei der Bank J. P. Morgan abgebrochen, um Bücher zu schreiben. Mit der Fiona-Griffin-Reihe betritt er erstmals die Bühne der Krimiwelt.

Fotocopyright: Nuala Bingham

 

 

Eigentlich handelt es sich um einen ganz normalen Fall von Unterschlagung. Gehälter wurden an Mitarbeiter überwiesen, die gar nicht in dem Möbelhaus in Cardiff arbeiten. Schwierig wird es erst, als man die beiden angeblichen Mitarbeiter tot in ihren Wohnungen findet. Als ein Versicherungsunternehmen die gleichen Anomalien bei ihrem Gehaltsabrechnungssystem feststellt, wird die junge Polizistin Fiona Griffin als Buchhalterin eingeschleust. Sie ist so überzeugend in ihrer Rolle, dass die Drahtzieher schnell Kontakt zu ihr suchen und sie für das Verbrechen rekrutieren. Doch dabei geht es nicht um ein paar tausend Pfund, die verschwinden, hier wird ein Millionending geplant und Fiona ist mittendrin. Das Geheimnis ihres Erfolgs kennt nur sie und der Leser. Denn Bingham hat alles aus der Sicht von Fiona geschrieben und schnell weiß man, warum sie in ihren Rollen so überzeugend ist. Sie spielt diese Personen nicht, sie lebt sie und vergisst dabei sehr oft, wer sie eigentlich ist.

Ein unglaubliches Debüt. Von Harry Bingham wird die Bücherwelt noch viel hören, denn er kennt das Rezept, einen Top-Thriller zu schreiben. Ich persönlich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.

Fiona, als ich tot war, Harry Bingham, Wunderlich Verlag, gebundene Ausgabe, Seiten 509, ISBN 978-3-9052-0016-5, Euro 19,95. Erscheint am 22.9.2017.

 

 

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