Hölle auf Erden, Steve Mosby

Mosby, Hölle auf Erden

In typischer Mosby-Manier ist Hölle auf Erden wieder einer der schwarzen Thriller, der wie alle seine Bücher immer an der Grenze der menschlichen Abgründe spielt. Der dreijährige Sohn von Detectives David Groves wird entführt und tot aufgefunden. Es zerstört Groves Leben und er funktioniert nur weiter, um die Killer zu finden, die seinen Jamie aus dem Leben rissen. Eine Frau, die bei einem Autounfall starb, kehrt anscheinend von den Toten zurück, ihr Gesicht übersät von filigranen Narben. Detective Mark Nelson muss diesen abstrusen Fall untersuchen, obwohl er momentan ganz andere Probleme hat. Wieder frisch verlobt, kämpft auch er mit einem alten Trauma, denn er verlor seine große Liebe, die im Meer ertrank und von der er sich nie lösen konnte. Solche Verluste sind die Hölle auf Erden, doch es gibt kranke Individuen, die eine noch viel größere Hölle kreieren, sowohl für David als auch Mark. Ein Spitzenthriller, für den man gute Nerven braucht!

Mosby_Steve Foto Roger McNally

Steve Mosby, geboren 1976 in Horsforth/Yorkshire, studierte Philosophie und lebt als Schriftsteller in Leeds. Mit Der 50/50-Killer gelang ihm der Durchbruch als hochklassiger Thrillerautor. Bisher sind zehn Romane von ihm erschienen. Für sein Werk erhielt er 2012 den angesehenen Dagger in the Library der britischen Crime Writers‘ Association.

Foto Copyright: Roger McNally

Die Frau mit dem verunstalteten Gesicht behauptet steif und fest, Charlie Matheson zu sein. Nur, dass Charlie vor zwei Jahren bei einem Autounfall starb. Sie muss eine Verrückte sein, denkt Detective Nelson und nimmt sich nur widerwillig des Falls an. Als jedoch ihr Witwer, der mittlerweile wieder verheiratet ist und bald Vater wird, ihre Identität bestätigt, muss Mark Nelson sich mit längst vergessenen Ereignissen beschäftigen. Wer war die Frau, die damals wirklich starb und wo war Charlie die letzten zwei Jahre? Charlie kann nicht viel dazu sagen, außer, dass sie tot war und in der Hölle. Gleichzeitig erzählt Mosby den Fall des entführten und ermordeten Jamie Groves. Der Sohn eines Detectives, der zum Helden wurde, weil er ein kleines Mädchen vor einem Pädophilen-Ring rettete. War der Mord an seinem dreijährigen Sohn ein Racheakt dieser Monster?

Geschickt erzählt Steve Mosby beide Geschichten, denn dem Leser wird ein verzerrter Ablauf dargeboten. Man wundert sich beim Lesen, warum Mark und David, sich nie begegnen, denn beide Fälle hängen definitiv zusammen. Erst bei dem für Mosby so typischen Showdown wird klar, was die beiden entsetzlichen Fälle verbindet. Dieser Roman ist genau wie Der 50/50-Killer und Schwarze Blumen nur etwas für hartgesottene Thrillerfans. Der Autor spielt mit den schlimmsten menschlichen Abgründen und Verlusten. Doch hat man erst einmal mit dem Buch begonnen, muss man es einfach durchlesen, auch wenn es eine schlaflose Nacht kostet. Weglegen ist nicht möglich!

Hölle auf Erden, Steve Mosby, Droemer Verlag, Taschenbuch, 424 Seiten, ISBN 978-3-426-30557-7, Euro 14,99.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.