David Cay Johnston: Die Akte Trump

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Wie konnte dieser Mann Präsident der USA werden? Diese Frage hat sich wohl jeder gestellt und manche, wie ich, wollten mehr über Donald Trump erfahren. So durchsuchte ich den Wust, der veröffentlichter Bücher über Trump, um mich zu informieren. Meine Wahl fiel auf  Die Akte Trump, da der Autor ein investigativer Journalist ist, für viele Zeitungen gearbeitet hat und 2001 den Pulitzerpreis für Journalismus erhielt. Allein 38 Seiten des Buches sind Quellenangaben!Die Akte Trump ist ein schockierendes Buch, nein eher Donald Trumps Aufstieg zum Präsidenten ist schockierend, wenn man das Buch erst einmal gelesen hat. Johnston verfolgte Donald Trumps Werdegang über Jahrzehnte, beendete das Buch noch vor den Präsidentschaftswahlen und er ahnte bereits, was passieren würde. Wäre dieses Buch Pflichtlektüre in den USA gewesen, dann hieße der heutige Präsident bestimmt nicht Donald Trump!

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David Cay Johnston ist investigativer Journalist und erhielt 2001 den Pulitzerpreis für Journalismus. Er ist langjähriger Reporter der New York Times und vormals Präsident von Investigative Reporters and Editors (IRE) sowie Autor mehrere New York Times-Bestseller, darunter Perfectly Legal and Free Lunch. Er wurde für seine investigative Berichterstattung mit der IRE Medal und einem George Polk Award ausgezeichnet und ist Kolumnist der Zeitungen The Daily Beast, The National Memo und USA Today. Johnston lehrt am Syracuse University College of Law und lebt in Rochester, New York.

David C. Johnston beginnt seinem Buch mit Donald Trumps Familiengeschichte, seinem Großvater Friedrich, der 1885 von Deutschland in die USA auswanderte. Sukzessive führt der Autor dann, Donald Trumps sogenannten Aufstieg zum sogenannten Milliardär Schritt für Schritt auf. Dabei werden die wichtigsten Deals, die persönlichen Werte aber auch die Alter Egos, die Trump benutzte, um sich bei der Presse interessant zu machen, dargelegt. Es ist ein erschütterndes Buch. Hat man Donald Trump im Allgemeinen schon einiges zugetraut, so eröffnet jedes einzelne Kapitel Einblick in die Charaktere dieses Mannes.

Darum möchte ich die Rezension mit einem Zitat aus Johnstons Epilog in diesem Buch beenden:  Zitat: „… Trumps Liebe zum Geld ist einer von vielen seiner Charakterzüge, die Leser hoffentlich besser verstehen werden, nachdem sie diese Seiten gelesen haben. Ich hoffe, sie werden sich darüber klar, was für eine Präsidentschaft Trumps bedeuten würde. (Anmerkung der Redaktion: Das Buch wurde vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 veröffentlicht, D. Trump war noch nicht vereidigter US-Präsident). Fortsetzung Zitat: „Indem er tut, was ihm in den Sinn kommt, ohne Rücksicht auf die Regeln, die dem Verhalten anderen Menschen Grenzen auferlegt, ist Trump für viele zu einem Helden geworden, für anderen zu einem Paria. Doch gleich ob man Trump bewundert oder über ihn entsetzt ist: Sein Verhalten in der Öffentlichkeit sollte uns alle darüber nachdenken lassen, welche Eigenschaften wir von unseren Politikern erwarten, und warum es jemanden wie Trump ohne Weiteres gelingen kann, Dutzende Millionen von Wählern hinter sich zu versammeln. Wir sollten uns fragen, warum sich so viele Menschen in den USA für einen Menschen als zukünftigen Präsidenten begeistern, dessen öffentliche Äußerungen eine völlige Missachtung der Gewaltenteilung erkennen lassen, einer der Säulen unseres demokratischen Systems – eines Systems, das die Vereinigten Staaten, trotz aller Schönheitsfehler, über mehr als zwei Jahrhunderte zu einem Vorbild für die Welt gemacht hat. ….“ (Zitat Ende, Epilog Die Akte Trump, Seite 293-294.

Diese gebundene Ausgabe kostet 24,00 Euro und es sind 24,00 gut investierte Euro, die selbst den letzten Zweiflern unwillkürlich die Augen öffnen.

Die Akte Trump, David Cay Johnston, Ecowin Verlag Salzburg, gebundene Ausgabe, 349 Seiten, ISBN 978-3-7110-0115-3, Euro 24,00.

 

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