Zygmunt Miloszewski: Ein Körnchen Wahrheit, Teodor Szacki ermittelt weiter

Ein körnchen WahrheitWer kennt Sandomierz? Angeblich die schönste Stadt Polens. Der Autor behauptet das und lädt uns mit seinem Staatsanwalt, der alle Attribute eines Frauenhelden und Egomanen besitzt, zur Mörderhatz ein. Die Morde sind ziemlich blutig und der Mörder macht mit seinen Morden auf die Vergangenheit Polens aufmerksam. In diesem Sandomierz, tief katholisch, hat die Bevölkerung nicht immer judenfreundlichen Umgang mit ihren Mitbürgern. Judenpogrome sind Teile der Vergangenheit und werfen ihre langen Schatten.

 

Zygmunt Miloszewski Foto Piotr Perzyna

Zygmunt Miloszewski Foto Piotr Perzyna

Zygmunt Miloszewski, geboren 1976 und früher Journalist bei Newsweek Polen, katapultierte sich mit »Warschauer Verstrickungen« in die erste Reihe der osteuropäischen Autoren, die gerade die internationale Krimiszene aufmischen. Für das Buch erhielt er den Preis Wielki Kaliber, die höchste polnische Auszeichnung für Kriminalliteratur.

Nach seiner Scheidung kehrt Teodor Szacki Warschau den Rücken und zieht in ein kleines Weichsel-Städtchen. Als er gerade anfängt, sich in der Idylle zu langweilen, geschieht ein Mord an einer im Ort hoch angesehenen Dame. Der Fundort der Leiche neben der Alten Synagoge sowie die grausame Art der Verletzungen lassen unter den Leuten alte antisemitische Vorurteile wieder aufblühen. Schnell ist das Medieninteresse an dem Fall enorm und gegen all die Lügen und die sich ausbreitende Hysterie kämpfend, versucht Szacki der Wahrheit näher zu kommen.

Ein tiefer Blick in die Verhältnisse des heutigen Polen und deren Religiosität.

Zygmunt Miloszewski:  Ein Körnchen Wahrheit, Teodor Szacki ermittelt weiter, Berlin Verlag, übersetzt von Barbara Samborska, 512 Seiten Kartonier, ISBN: 978-3-8333-1011-9, € 10,00

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